Montag , 26. Oktober 2020
Der Wing Coaster im Heide Park Resort bei Soltau wurde im Oktober 2013 mit einer Lichtshow vorgestellt. Der Gründer des Heideparks sorgt sich nun um zu viel Lärm durch das Fahrgeschäft. Foto: pet

,,Wing Coaster“ vor dem Kadi

pet Lüneburg/Soltau. Wenn am 29. März das Heide Park Resort seine Pforten für die Saison 2014 öffnet, werden sich viele Freizeitparkfans vor allem auf die neue Attraktion ,,Wing Coaster“ stürzen, den ersten in Deutschland, einen der wenigen auf der Welt. Vorher ist der ,,Wing Coaster“ aber noch Thema für das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg: In einer Sitzung am Donnerstag, 20. Februar, befindet das Gericht über eine Beschwerde gegen die vom Landkreis Heidekreis erteilte Baugenehmigung.

Die Beschwerde richtet sich zugleich gegen die Genehmigung der Zeltanlage für die ,,Madagascar“-Show, die bereits im vergangenen Frühjahr ihren Betrieb aufgenommen hat. Antragsteller ist in beiden Fällen der Gründer und ehemalige Betriebsleiter des ,,Heide Parks“, der, so das Oberverwaltungsgericht, neben dem Freizeitpark in den 1980er-Jahren ein Wohnhaus für sich errichtet hatte. Der Parkgründer hatte das Unternehmen zum Januar 2002 an die britische ,,Tussaud Group“ veräußert, die wiederum wurde später vom heutigen Heide Park-Inhaber, der britischen ,,Merlin Entertainments Group“, aufgekauft.

Begründung des Antragstellers war die Lärmbelästigung, die im Falle der ,,Madagascar“-Show und des künftigen ,,Wing Coasters“ die zulässige Grenze von 60 db(A) überschreite. Der Heidepark-Gründer hatte dem Verwaltungsgericht von ihm in Auftrag gegebene Messungen bezüglich der ,,Madagascar“-Show vorgelegt. In erster Instanz war er aber mit seinem Anliegen gescheitert. Nach Überzeugung des Gerichts werde der Immissionsrichtwert von 60 db(A) am Wohnhaus des Antragstellers nach Maßgabe der Baugenehmigungen nicht überschritten.

Während die nächste Runde im juristischen Streit um die ,,Madagascar“-Show und den ,,Wing Coaster“ bevorsteht, geht es mit dem neuen Fahrgeschäft, in das ,,Merlin“ nach eigenen Angaben 15 Millionen Euro investiert, mit Riesenschritten voran. Mit bis zu 100 Stundenkilometern soll es mit gewaltigen Fliehkräften auf den ,,Flug der Dämonen“ gehen.

Nach sechsmonatigen Bauarbeiten fanden bereits im vergangenen November die ersten unbemannten Testfahrten statt, seitdem haben die ,,Züge“ Winterpause. Zurzeit läuft der Endausbau, ,,es wird gemalt, gesägt, gepflanzt“, sagt Romana Voet, Leiterin der PR-Abteilung des Heide Park Resorts. In Kürze sollen weitere Testfahrten mit Dummies, dann mit Menschen stattfinden.

Vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht geht es am 20. Februar zeitgleich noch um ein weiteres Verfahren im Streit zwischen dem Heidekreis und dem ehemaligen Heide Park-Inhaber. Streitpunkt ist das Wohnhaus, das dieser in den 1980er-Jahren direkt neben dem gerade eröffneten Freizeitpark errichtet hatte und darum, dass der Kläger gerichtlich festgestellt haben will, dass dieses Gebäude nicht nur durch den jeweiligen Betriebsleiter des Heide Parks, sondern von ,,Jedermann“ genutzt werden darf. Das Lüneburger Verwaltungsgericht hatte dem Kläger in erster Instanz Recht gegeben, dagegen hat der Heide Park, als Beigeladener in dem Verfahren, Berufung eingelegt.