Dienstag , 29. September 2020
Die Gemeinde Hohnstorf/Elbe weist ein Neubaugebiet am Adolf-Lüchau-Weg aus. Die Fläche für rund 30 Wohneinheiten liegt hinter der Sparkasse. Foto: t&w

Wohnen an der Elbe

Hohnstorf/Elbe. Lust aufs Leben an der Elbe haben offenbar immer mehr Menschen. Das spürt auch die Gemeinde Hohnstorf. Aus diesem Grund hat der Rat mehrheitlich beschlossen, weitere Bauplätze im Ort zur Verfügung zu stellen: am Adolf-Lüchau-Weg.

Noch führt die Straße schnurgerade durch die Felder. Aber das wird sich ändern, das Neubaugebiet „Adolf-Lüchau-Weg“ soll kommen, als Lückenschluss hinter dem Sparkassen-Gebäude und der Bebauung im weiteren Verlauf. Rund 30 Wohneinheiten sollen entstehen. „Gerne auch mehr, denn der Bedarf ist da“, erklärt Hohnstorfs Bürgermeister André Feit (CDU).

Interesse an Bauland gibt es in der Region jede Menge, so auch in Hohnstorf. „Wir würden uns freuen, wenn wir möglichst viele Nachfragen junger Familien positiv bescheiden und Bauwillige aus Hohnstorf im Ort bleiben könnten“, sagt Feit.

Eigentlich diene das geplante Neubaugebiet der Eigenentwicklung. „Aber vielleicht können wir so auch etwas Siedlungsdruck aus der Stadt Lüneburg und ihrer unmittelbaren Umgebung nehmen“, führt der stellvertretende Bürgermeister Dirk Lindemann (CDU) weiter aus. Allerdings sei es unklar, ob das im Kreishaus auch so gesehen werde. „Die Vorgaben für das platte Land waren immer sehr restriktiv, während Lüneburg und die umliegenden Gemeinden sich den Verkehrskollaps herbeibauen“, ergänzt Feit. Es werde vom Landkreis zu stark gebremst bei der Genehmigung der Bauleitplanung in den ländlichen Kommunen, beklagt er.

Bebauungsplan ist in Arbeit

Daher wünsche er sich eine andere Siedlungspolitik, etwa vom Lüneburger Kreistag, der über die Fortschreibung des Regionalen Raumordnungsprogramms entscheidet. Darin wird die angestrebte räumliche und strukturelle Entwicklung festgelegt.

Das RROP nimmt eine vermittelnde Stellung zwischen gesamtstaatlicher Planung und kommunaler Gemeindeentwicklung ein und erzeugt so Planungssicherheit etwa für Gemeinden. Im Landkreis Lüneburg wird das Programm momentan fortgeschrieben. Feit betont: „Wir hätten die benötigten Kapazitäten, um den Siedlungsdruck zu mindern. Wenn es denn politisch gewollt ist.“ Er sagt aber auch, dass die Entwicklung verträglich für die Infrastruktur in der Gemeinde sein müsse, das schließe somit eine Bautätigkeit in Masse von vornherein aus.

Wie das künftige Neubaugebiet am Adolf-Lüchau-Weg im Detail ausgestaltet wird, das steht noch nicht fest. „Der dafür nötige Bebauungsplan ist aber in Arbeit“, berichtet der Bürgermeister. Wenn dieser vorliegt, ist klar, in welcher Form sich die 30 erlaubten Wohneinheiten wiederfinden: Erst dann steht die Anzahl von Einfamilien- und/oder Mehrfamilienhäusern fest.

Bei einem Ortstermin nahmen Feit, Lindemann und Rebecca Alt, Geschäftsführerin der Scharnebecker Bau- und Erschließungsgesellschaft (SEB), die Fläche jetzt schon einmal in Augenschein. „Es wird nötig sein, den Adolf-Lüchau-Weg zu verschwenken, um ihm den Rennstreckencharakter zu nehmen. An dessen Ende bildet dann das Baugebiet eine gerade Linie nach Westen als Siedlungsabschluss“, fasst Feit Erkenntnisse der Besichtigung zusammen.

Von Stefan Bohlmann