Mittwoch , 21. Oktober 2020
Endlich wird und bleibt es warm. Das freut nicht nur Karen Beckmann. Foto: t&w

Hochsommer kommt und bleibt

Wendisch Evern. Nach der Temperaturdelle zum Wochenanfang kommen frustrierte Urlauber, Sonnenanbeter und Wärmeliebhaber ab Wochenmitte voll auf ihre Kosten. Ein Hoch aus Südwesten leitet die erste Hitzewelle dieses Sommers in Norddeutschland ein. Das Hoch wandert zum Baltikum und macht damit die Bahn für sehr warme bis heiße Luft aus Südeuropa frei.
Am Dienstag kommen wir mit freundlicher Unterstützung von 20 bis 22 Grad noch ohne Schwitzen davon und in der Nacht lässt es sich bei Tiefstwerten um elf Grad gut durchlüften und schlafen. Am Mittwoch machen die Temperaturen dann einen ordentlichen Satz nach oben. Bei viel Sonnenschein erreichen die Spitzenwerte 26 Grad, am Donnerstag nahe 30 Grad. Von Freitag bis Sonntag sind bei meist strahlendem Sonnenschein 30 Grad plus „X“ an der Tagesordnung und auch in den Nächten kühlt sich die Luft nicht mehr so richtig ab. Im weiteren Verlauf soll der Hochdruckschwerpunkt nach Skandinavien wandern.

Kühlster Juli seit 2004 in Lüneburg

Damit wären die Atlantikwinde für längere Zeit blockiert und das niederschlagsfreie Sommerwetter könnte – bei drastisch steigender Trockenheit – sogar bis Mitte August in die Verlängerung gehen. Angesichts der Erfahrungen mit diesem Sommer sind solch langfristige Prognosen allerdings mit besonderer Vorsicht zu genießen.

Der Rückblick: Den ganzen Juli über dominierte eine klassische Westwindwetterlage. Zwischen tiefen Luftdruck mit Zentren vor Neufundland, östlich von Grönland und Nordeuropa und einer Hochdruckzone, die sich vom Südatlantik über die Azoren bis ins östliche Mittelmeer erstreckte, gestalteten atlantische Tiefausläufer unser Wetter wechselhaft und recht kühl. Ungemütlich war vor allem die erste Monatshälfte mit kaum 20 Grad an einigen Tagen und wiederholten kräftigen Regengüssen. In der zweiten Julihälfte legten die Temperaturen zwar etwas zu und die Schauer wurden weniger, doch einzelne Nächte blieben weiterhin sehr frisch. In der Nacht zum 22. Juli sanken die Werte in der Heide in zwei Meter Messhöhe auf nahe 5°C, im Bodenniveau verbreitet sogar auf 3 bis 4°C. Lediglich drei bis sechs Sommertage, darunter nicht ein einziger heißer Tag (mindestens 30 Grad), waren ebenfalls nicht berauschend. So erlebte die Region Lüneburg den kühlsten Juli seit 2004. Das teils herbstlich anmutende Wetter brachte zu wenig Sonnenschein, doch trotzdem zu geringe Niederschläge. Nur lokal konnten heftige Schauer die Bilanz ins Lot bringen.

Von Reinhard Zakrzewski

Statistik

Unterdurchschnittlicher Juli

Der Juli in Lüneburg/Wendisch Evern im Vergleich zum Klimamittel (1981-2010)

Monatsmittel 16,5°C (Abw. -1,6°C)
Maximum 27,7°C (19. Juli)
Minimum 7,9°C (12. Juli)
Sommertage (Max. mind. 25°C) 5 (normal 12)
Hitzetage (Max. mind. 30°C) 0 (normal 3)
Niederschlag 66 mm (90% v. Soll)
Regenreichster Tag 19 mm (2. Juli)