Dienstag , 29. September 2020
Ameisen werden auch die „Gesundheitspolizei“ des Waldes genannt. Foto: t&w

Ideale Bedingungen für Ameisen

Lüneburg/Salzhausen. Ameisen sind eigentlich sehr nützliche Tier: Sie verbessern die Fruchtbarkeit und Belüftung des Bodens, ihre Beutetiere sind vor allem andere Insekten – auch solche, die die Bäume schädigen können. Dadurch schützen Ameisen die Bäume und sorgen dafür, dass der Wald gesund bleibt. Die Krabbeltiere werden deshalb auch die „Gesundheitspolizei“ des Waldes genannt. Ihre Hügel aus Erde und Sand empfinden die meisten Hobbygärtner jedoch als unschön.

Dass die Ameisen sich in diesem Sommer in den Gärten pudelwohl fühlen, hat Schädlingsbekämpferin Sünje Euhus aus Salzhausen nun selbst erfahren: „Bei mir war es in dieser Saison wirklich schlimm“, berichtet sie. „Die schwarze Wegameise hat sich bei mir breit gemacht, das ist besonders ärgerlich, weil sie die Läuse an das Gemüse heranträgt.

Die Laus genießt den Schutz der Ameise, während die Ameise den Honigtau von der Laus bekommt. Das ist eine fast symbiotische Beziehung.“ In besonders starken Ameisenjahren treten die Tiere vor allem an den Häusern auf, auf den Terrassen und auf Gehwegen.

Ameisen haben einen biologischen Nutzen

So nervtötend die ungebetenen Gäste auch seien, von der Anwendung chemischer Mittel im Beet rät Euhus dennoch ab. Grundsätzlich sollten Hobbygärtner bedenken, dass auch Ameisen einen biologischen Nutzen haben, sagt Sünje Euhus. Eine natürliche Alternative sei es, Marienkäferlarven im Garten auszusetzen, da diese Nützlinge mit Vorliebe Blattläuse verputzen. Die Ameisen wiederum melken die Läuse und stellen so einen Teil ihrer Ernährung sicher. Wenn nennenswerte Läusepopulationen ausbleiben, schadet das den Ameisen. Auch sei es möglich, Ameisennester auszuheben oder zu bewässern, Überschwemmungen mögen Ameisen gar nicht.

Um Ameisen den Weg ins Haus zu versperren, können Fugen und Ritzen mit Silikon abgedichtet werden, weiß Stefan Blancke vom Naturschutzbund Lüneburg (NABU). Kräftige Gerüche vertreiben Ameisen, denn sie stören ihren Orientierungssinn. „Bewährt haben sich Öle oder Kräuter-Konzentrate, etwa Lavendel und Minze. Auch Zitronenschalen, Essig, Zimt, Chili, Gewürznelken und Farnwedel, die vor Eingänge sowie auf Ameisenwege und -nester gelegt werden, helfen.“ Anzeichen von Ameisenüberpopulationen sind dem NABU Lüneburg nicht bekannt. „Es gab diesbezüglich auch keine vermehrten Anfragen von Bürgern.“

Von Lea Schulze