Donnerstag , 24. September 2020
Auch zu Corona-Zeiten gingen "Fridays for Future"-Aktivisten in Lüneburg auf die Straße. Eine größere Aktion ist im September geplant. (Foto: t&w)

„Klimakrise macht keine Corona-Pause“

Lüneburg. Die Aktivisten von Fridays for Future rufen für Freitag, 25. September, zum sechsten globalen Klimaaktionstag auf. Weltweit soll es Proteste für Klimagerechtigkeit und die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels geben, auch in Lüneburg. Die hiesigen Organisatoren seien dazu aktuell in Gesprächen mit dem Ordnungsamt. Lisa Steinwandel nennt den Beweggrund, warum es nun wieder mit größeren Aktionen losgehen soll: „Für den Aufbau der Wirtschaften werden momentan weltweit Billionen ausgegeben, von denen ein großer Teil auch in Europa in Kohle, Öl und Gas fließt.

Die bereits erreichten über ein Grad Erderhitzung, Waldbrände in Sibirien und der Zustand deutscher Wälder zeigen uns, dass die Klimakrise auch während der Pandemie keinen Halt macht. Um die Klimakatastrophe noch zu verhindern, ist 2020 ein entscheidendes Jahr. Deshalb müssen wir jetzt lauter denn je werden, denn unsere Zukunft wird weiterhin willkürlich von den Regierungen dieser Welt aufs Spiel gesetzt.“

„Unser Protest wird weiterhin gebraucht“

In Tausenden Städten weltweit plant Fridays for Future gemeinsam mit diversen sozialen und Klimagerechtigkeits-Gruppierungen neben Straßenprotesten unter Einhaltung der Hygieneauflagen auch weitere Aktionsformen. Im März hatte die Bewegung ihre Proteste aufgrund der Corona-Pandemie ins Netz verlegt und ab Mai zu gesundheitlich unbedenklichen Aktionen aufgerufen, so zum Beispiel in Lüneburg zu einer Postkarten-Aktion rund ums Rathaus Ende April.

Benjamin Hirt, Pressesprecher von Fridays for Future Lüneburg, macht deutlich: „Selbst nach eineinhalb Jahren der Klimastreiks gibt es im Bundestag keine einzige Partei, die einen wirksamen Plan zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels hat. Die Entscheidungen, den Kohleausstieg künstlich zu verlängern und das Corona-Maßnahmenpaket von 130 Milliarden Euro weder nachhaltig noch sozial gerecht auszurichten, zeigen, dass unser Protest weiterhin gebraucht wird.“ lz