Olga Mahn, Nadine Lorenz-Steiger, Wolfgang Marten, Rüdiger Scholz, Hans Georg Führinger, Jens Böther, Wolfgang Marten, Laars Gerstenkorn und Ralf Horn (von links) freuen sich auf den Start des neuen SBU-Hofs. Foto: t&w

Alles an einem Ort

Scharnebeck. Mehr als 30 Grad zeigte das Thermometer bereits an, als am Donnerstagvormittag der neue Hof des kreiseigenen Straßenbau und -unterhaltung (SBU) offiziell eröffnet wurde – im sehr kleinen Kreis.
Angemessen gewesen wäre eine große Party für alle, die an der Umsetzung des Projekts beteiligt gewesen seien, betonte Landrat Jens Böther in seiner Willkommensansprache.

„Ein größerer Rahmen war leider coronabedingt nicht möglich, aber wir wollen die Feierlichkeiten auf jeden Fall im nächsten Jahr mit einem Tag der offenen Tür nachholen.“ Dass der Fuhrpark von 20 Fahrzeugen große und kleine Karosserie-Liebhaber begeistern würde, steht außer Frage.

Standorte Embsen und Breetze sind Geschichte

Mit dem neuen Hof werden die beiden bisherigen Liegenschaften in Embsen und Breetze ersetzt. Die Entscheidung für einen Neubau fiel aufgrund einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung. „In Breetze gab es einen ungeheuren Investitionsbedarf“, macht Betriebsleiter Jens-Michael Seegers deutlich. „Die Fahrzeuge sind mit der Zeit immer größer geworden, die Hallen zu klein. Ein Neubau wäre an dem Standort nicht möglich gewesen, dafür hätte es erst eines neuen Bebauungsplans bedurft.“

Auch das Areal in Embsen sei mehr als sanierungsbedürftig gewesen. „Dort stellte sich die Frage, ob die Sanierungsarbeiten bei laufendem Betrieb überhaupt möglich gewesen wären.“ Die Arbeitssicherheitsvorkehrungen und die Abstände in den alten Niederlassungen sind aus den 1970er-Jahren gewesen, erzählt Seegers Stellvertreter Rüdiger Scholz. „Das hat mal gepasst, aber so wäre es nicht lange weiter gegangen.“

Viele Kreisstraßen führen hier entlang

Der Standort Scharnebeck habe laut Seegers wegen seiner idealen Lage den Zuschlag bekommen. „Hier führen viele Kreisstraßen entlang, auch stark frequentierte. Ob der Winterdienst von hier aus möglich ist und Ost und West zeitlich gut erreichbar sind, haben wir unter realen Bedingungen getestet.“

Rund 9,6 Millionen Euro hat der Bau gekostet – 200.000 Euro mehr als ursprünglich geplant – und über anderthalb Jahre Zeit in Anspruch genommen. Die Verantwortlichen sind sich sicher, dass sich der Aufwand gelohnt hat, auch weil sich das Arbeiten für die 40 Mitarbeiter nun angenehmer gestalte. Verwaltungstrakt, Werkstätten und Fahrzeughallen waren vorher getrennt.

„Dass hier nun alles an einem Ort zusammenkommt, das ist schon ein großer Gewinn“, findet Seegers. „Jetzt ist alles flexibler, Werkstatt, Waschhalle, Schilder, alles in einem Gebäude. Die Kollegen aus Breetze mussten zum Beispiel vorher bei technischen Problemen nach Embsen, weil sich dort die Werkstatt befand. Was für ein Aufwand.“

Platz für 1900 Tonnen Streusalz

Auch sei dank der großzügigen Raumaufteilung deutlich mehr Raum für die Mitarbeiter vorhanden. „Arbeitsökonomisch ist das jetzt alles mehr als zeitgemäß und nach den neuesten Ergebnissen konzipiert“, verkündet Seegers stolz, als er über das 1,5 Hektar große Gelände führt, Holzhalle und Salzhalle zeigt. 1900 Tonnen fasst die neue Salzhalle. 450 Tonnen Restbestände lagern derweil noch in Embsen und Breetze, sonst ist aber schon fast alles an Geräten und Materialien in Scharnebeck, bis auf die Streuautomaten.

Jens-Michael Seegers freut sich auf die Zeit in seiner neuen Wirkungsstätte. „Oberste Priorität bei dem Bau hatte bei uns die Funktionalität. Das hat sich gelohnt.“

Von Lea Schulze