Montag , 21. September 2020
Spielplatzplaner Jörg Jahneke, Quartiersmanagerin Nadine Fischer und Sandra Burghardt (l.) von der Stadt. Foto: t&w

Erfüllte Kinderwünsche

Lüneburg. Das Balancierseil hat es Adnan angetan. Flink bewegt sich der Fünfjährige darüber und hat sichtlich Spaß am neuen Bewegungsspielgerät auf dem Spielplatz Am Weißen Turm. Der wurde in den vergangenen Monaten neu gestaltet und lässt nun Kinderherzen höher schlagen.

Der alte Holzgerätespielplatz war 20 Jahre alt. Er war in privater Hand wie auch die umliegenden Gebäude. „Nach all den Jahren und nicht durchgehender Unterhaltung waren einige Geräte nicht mehr verkehrssicher und auch nicht mehr zeitgemäß“, erläutert Sandra Burghardt vom Bereich Stadtsanierung der Stadtverwaltung. Dabei war der Spielplatz mit seinen Schaukeln und Kletternetzen nicht nur Treffpunkt der Kleinen, sondern auch von größeren Kindern, da es dort auch die einzigen Sitzgelegenheiten im Quartier gab.

Bewegungsspielgerät mit Rutschstangen

Da muss sich was ändern, befand die Stadt, bei der die Fäden für das Sanierungsgebiet Am Weißen Turm zusammenlaufen. Im vergangenen Sommer wurden Kinder in die Planung eingebunden. Gemeinsam mit dem Spielplatzexperten Jörg Jahneke sammelten Mädchen und Jungen aus der Übermittagsbetreuung (ÜMI), dem Eins A Treff der Matthäus-Gemeinde sowie aus dem Stadtteil Ideen und fertigten Zeichnungen an. Auf dem Wunschzettel standen unter anderem ein Trampolin, ein Klettergerät, Schaukeln und ein großes Spielhaus mit begehbarem Dach. Letzteres war nicht realisierbar, „denn es hätte einer größeren Fläche bedurft und wäre recht kostspielig gewesen“, sagt Jahneke. Dank der Konzeption des Spielplatzexperten konnten aber viele der Wünsche Wirklichkeit werden, freut sich Quartiersmanagerin Nadine Fischer.

Ein Bewegungsspielgerät mit Rutschstangen, Turn- und Kletterangeboten und Rutsche lädt nun Kinder vom Grundschulalter bis zirka 14 Jahren ein. „Die Geräte fördern die Motorik und fordern die Konzentration“, verdeutlicht Jahneke. Außerdem gibt es einen Kleinkinderspielbereich, zu dem auch zwei Schaukeln gehören. Einzug gehalten hat auch ein in den Boden eingelassenes Trampolin. Zu guter Letzt sollen in zwei Wochen noch Bänke aufgestellt werden.

Bund und Land zahlen je ein Drittel des Kosten

Rund 150.000 Euro hat das Projekt gekostet. Die Stadt konnte aus dem Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ Mittel einwerben. Zwei Drittel der Kosten übernehmen damit Bund und Land, ein Drittel zahlt die Kommune. „Mit dem Privateigentümer haben wir einen Vertrag geschlossen, der uns die Nutzungsrechte für zehn Jahre sichert. Damit ist der Spielplatz jetzt öffentlich“, schildert Sandra Burghardt. Nach Ablauf der Zeit geht er an die Privateigentümer.

Von Antje Schäfer

Zur Sache

Mehr als 100 Spielflächen

Aktuell gibt es in Lüneburg 80 Spielplätze, 11 Spiel- und Bolzplätze, 14 Bolzplätze, 8 Spielpunkte sowie 3 Skaterbahnen. All diese 116 Einrichtungen sind öffentlich. Zählt man die Schulhöfe dazu, sind es 134 öffentliche Spielflächen.
Die Umgestaltungen orientieren sich an der vom Ausschuss für Umwelt, Verbraucherschutz, Grünflächen und Forsten abgesegneten Prioritätenliste. Als nächster Spielplatz wird der am Hans-Tönjes-Ring umgestaltet werden. Dafür stehen dieses Jahr 70 000 Euro zur Verfügung.