Donnerstag , 24. September 2020
Mal richtig durch Matsch stapfen – auch das geht im Barfußpark. Daneben gibt es aber auch Stationen mit Steinen oder Wasser. Foto: phs

Die Schuhe bleiben im Spind

Egestorf. Die Heide vor der Tür, der Wildpark nebenan: Wer aber weniger Flora und Fauna bestaunen, sich dafür mal mehr auf sich selbst konzentrieren möchte, der sollte einen Ausflug in den Barfußpark Egestorf machen. Entspannung und Entschleunigung sind hier fast garantiert, eine kostengünstige Fußmassage gibt es noch obendrauf – was 2008 mit etwas Skepsis behaftet eröffnet wurde, hat sich mittlerweile zu einem wahren Erfolgsschlager entwickelt.

Rund 100.000 Gäste kommen jedes Jahr in die verkehrsgünstig, mitten im Naturschutzgebiet gelegene 14 Hektar große Anlage, die meisten aus Hamburg und dessen Umland, wie Kerstin Albers erklärt. Und das macht Hoffnung: „Es war hier in den vergangenen Wochen doch so stark frequentiert, dass wir lange Schlangen an der Kasse hatten“, sagt die Geschäftsführerin, „das sollte sich nun ändern, da die Sommerferien in der Hansestadt zu Ende gegangen sind.“

Drei verschiedene Pfade

Coronabedingt hat der Park derzeit nur eine Zahlstelle geöffnet, wer nach 11 und vor 16 Uhr kam, musste anstehen. Besonders an den Wochenenden. „Wir haben unseren Gästen aber die Wartezeit verkürzt, indem wir kleine Rätsel an den Zaun vor der Kasse geheftet haben“, sagt Kerstin Albers. Und das kam ebenso gut an wie die übrigen Details des Hygiene-Konzepts: „Bis zur ersten Station ist das Tragen einer Mund-Nase-Maske Pflicht, danach können sich unsere Besucher unter Beachtung der Abstandsregel auch ohne Schutz bewegen.“

Und das ist auch kein Problem, da sich die Menschen kaum in die Quere kommen: Drei verschiedene Pfade mit bis zu 2,7 Kilometern Länge führen über, unter oder vorbei an 60 Stationen, die zum Erleben, Austesten und Entspannen einladen. Hier erfahren die Füße das, was sie im Alltag selten wahrnehmen dürfen: den Unterschied sowohl im Untergrund als auch in der Temperatur. So wandern sie über weiches Gras und unebenen Kies, über trockene Tannenzapfen und glatte Scherben, sie gehen durch matschigen Lehm und kaltes Wasser und spätestens dann, wenn sie den Wald erreicht haben, merken sie gar nicht mehr, dass sie ohne Schuhe sind.

Eine neue Hängeseilbrücke

Höhepunkte der Rundtour sind aber – auch für die Kinder – noch andere Attraktionen, wie das Salzineum mit seinem ganz besonderen Mikroklima, die ausgehöhlten Stämme, die zum Verstecken einladen, oder die hölzernen Hängematten, in denen es sich herrlich schaukeln lässt. Seit einem Jahr gehört auch die neue Hängeseilbrücke zu den besonderen Anziehungspunkten des Barfußparks: „Mit ihr erschließen wir jetzt einen weiteren Lebensraum der Natur: die Luft“, erklärt Kerstin Albers. Die an zwei Stahlseilen aufgehängte, filigrane, freischwebende Konstruktion ist eine kleine Herausforderung für Balance und Schwindelfreiheit.

Bis zum 15. Oktober ist der Barfußpark Egestorf in diesem Jahr geöffnet, zwei Wochen länger als üblich – und mit einigen Sonderveranstaltungen im Angebot, zum Beispiel am Montag, 17. August: Da können sechs bis zwölf Jahre alte Jungen und Mädchen von 14 bis 16 Uhr am Indianer-Abenteuer teilnehmen. Es gibt spannende Geschichten und knifflige Rätsel. Anmeldungen: (04183) 9757570.

Und auch für die Erwachsenen hält der Park jede Menge außergewöhnliche Erlebnisse bereit: So gibt es Qi Gong und Yoga im Wald, Tagestouren mit Frühstück und Drei-Gänge-Menü am Abend, „Mädels-Touren“ mit kulinarischen und entspannenden Einlagen oder als Pendant „Jungs-Touren“ mit Geschicklichkeitsspielen und Wettbewerben.

Weitere Informationen unter www.barfusspark-egestorf.de

Von Ute Lühr