Donnerstag , 24. September 2020
Dichte Rauchwolken an der A7: Das Feuer war bei Schwarmstedt im Heidekreis ausgebrochen und hatte sich auf einer Fläche von etwa 28 Hektar ausgebreitet. Foto: Flugdienst Niedersachsen

Großeinsatz im Heidekreis

Lüneburg/Essel/Soltau. Seit Tagen ist es heiß – und extrem trocken. Kein Wunder also, dass schon ein Funke ausreichte, um einen Wald in Brand zu setzen. Rund 500 Feuerwehrleute – unter anderem aus Lüneburg – waren stundenlang im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Insgesamt stand der Feuerwehr zufolge eine 28 Hektar große Fläche direkt an der Autobahn 7 in Flammen.

Der Verkehr in Richtung Süden kam über Stunden zum Erliegen, viele Lastwagen- und Autofahrer mussten die Nacht auf der Autobahn verbringen. Nach Angaben einer Polizeisprecherin mussten zudem Bewohner eines Wochenendwohngebiets vorübergehend ihre Häuser verlassen. Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich nach Angaben des Landkreises sehr aufwendig und werden auch heute noch andauern.

Auslöser des am Mittwochabend ausgebrochenen Brandes war ersten Erkenntnissen zufolge ein Funkenschlag bei einem Lastwagen, wodurch die Böschung auf mehreren hundert Metern Länge Feuer fing. Starker Wind trieb die Flammen 200 Meter in den von Trockenheit geschädigten Wald.

35 Bewohner mussten evakuiert werden

Zwischenzeitlich wurde ein Wochenendwohngebiet auf Behördenanweisung zeitweise evakuiert. „Die Evakuierung wurde am Donnerstagmorgen aufgehoben“, sagte ein Kreissprecher. Betroffen waren 35 Bewohner, die von der Samtgemeinde Schwarmstedt anderweitig untergebracht wurden, soweit sie keine andere Unterkunft hatten. Verletzt wurde niemand.

Die Häuser seien vorsorglich geräumt worden, weil starke Rauchschwaden in die Richtung gezogen waren und auch die Ausbreitung des Brandes zunächst nicht exakt abgeschätzt werden konnte. „Man wollte nicht warten, bis das Feuer kurz vor den Häusern steht und erst dann mit der Evakuierung beginnen“, erklärte der Kreissprecher.

Das Feuer war am Donnerstagvormittag unter Kontrolle. „Es werden Nachlöscharbeiten durchgeführt, das macht die Sache sehr, sehr schwer“, sagte der Kreissprecher. Der Boden habe noch eine sehr hohe Temperatur. Unter einer nassen, schwarzen Schicht von ein bis zwei Zentimetern Dicke seien knochentrockener Heideboden und Humus. In mühsamer Handarbeit müsse der Boden aufgehackt werden, weil immer wieder kleinere Glutnester aufloderten.

Lüneburger Feuerwehr hilft mit Tanklöschfahrzeugen und Einsatzkräften aus

Zeitweise arbeiteten nach Feuerwehrangaben rund 500 Einsatzkräfte in dem Waldgebiet. Neben den Feuerwehren des Heidekreises beteiligten sich auch die Bundesfeuerwehr und Feuerwehren aus den Landkreisen Lüneburg, Harburg, Celle, Uelzen, Rotenburg und der Region Hannover an den Löscharbeiten. Die Kreisfeuerwehr Lüneburg unterstützt beim Waldbrand im benachbarten Heidekreis mit sechs Tanklöschfahrzeugen und knapp 40 Einsatzkräften. „Die Fahrzeuge transportieren in ihren Tanks insgesamt um die 10.000 Liter Wasser und werden vor Ort ständig wieder aufgefüllt“, erklärt Kreisbrandmeister Torsten Hensel. Auch Landwirte unterstützten die Einsatzkräfte, indem sie mit Wasser gefüllte Güllefässer bereitstellten.

Das Löschwasser wurde mit Tanklöschfahrzeugen im Pendelverkehr zur Einsatzstelle gebracht. Es sei auch eine drei Kilometer lange Schlauchleitung zur Aller gelegt worden. Mit einem Holzerntegerät wurden abgebrannte Bäume aus dem Weg geräumt, um Zugang zu den Brandstellen zu haben. Eine Drohne wurde zur Erkundung aus der Luft eingesetzt, wie der Landkreissprecher sagte.

Für die Löscharbeiten war die A 7 zunächst gesperrt. Die Sperrung in Richtung Hamburg konnte aber wieder aufgehoben werden. Wegen der Sperrung in Richtung Hannover zwischen Westenholz und Schwarmstedt mussten viele Lastwagen- und einige Pkw-Fahrer die Nacht auf der Autobahn verbringen. Sie seien von Stauhelfern der Johanniter versorgt worden, hieß es von der Feuerwehr. Auch auf den Umleitungsstrecken bildeten sich lange Rückstaus. Die Polizei leitete den Verkehr weiträumig um. Stephan Elmar / lz