Freitag , 2. Oktober 2020
Wegen Corona hatten die Schwimmbäder lange Zeit geschlossen. Umso mehr genießen es die Kinder wieder ausgelassen im Adendorfer Freibad herumzutoben. Symbolfoto: AdobeStock

Badespaß in Adendorf

Adendorf. Wegen Corona steht die Welt seit Monaten Kopf. Durch die Lockerungen ist in vielen Lebensbereichen inzwischen wieder Alltag eingekehrt, andere Maßnahmen werden uns noch eine weiter begleiten. So steht es zum Beispiel in den Sternen, wann in den Schulen wieder regulär Schwimmunterricht angeboten wird. Eine Situation, die Schwimmlehrerin Sabine Gräber-Kruzinski als besorgniserregend empfindet. „Allein in Niedersachsen hat es schon 24 Badetote gegeben, das ist dramatisch. Ich mache mir meine Gedanken, wie sich diese Monate in denen die Kinder nicht geschwommen sind, niederschlagen werden.“ Wer vor dem Lockdown schwimmen gelernt hat oder gerade dabei gewesen ist, der wurde jetzt massiv zurückgeworfen.

„Die Kinder werden unsicher, verlernen es wieder. Den Kindern zwischen fünf und sechs, die eigentlich angefangen hätten, fehlt ein Jahr, das wurde alles auf Eis gelegt.“

Umso glücklicher ist die Amelinghausenerin, seit Ende Juli Ferienschwimmkurse im Freibad in Adendorf anbieten zu dürfen. In Seepferdchen- und Seeräuberkursen können Kinder ihre Schwimmkenntnisse auffrischen und festigen und Schwimmabzeichen erlangen. In einem Kurs sind jeweils zwölf Kinder, Veranstalter der vier einwöchigen Kurse ist die Volkshochschule Lüneburg.

Die kostenlosen Schwimmkurse werden gut angenommen

„Die Kurse sind kostenfrei und beinhalten den Eintritt für das Schwimmbad, das Duschgeld und ein paar Naschis am Schluss.“ Gesponsert wurde auch das Equipment wie Badenudeln und Schwimmringe. Die Kurse sind super angenommen worden, es gibt Wartelisten. „Nicht alle Eltern haben die Zeit, um mit ihren Kindern Schwimmen zu üben. Und die Kinder sind froh, wieder ausgelassen zusammen toben zu dürfen im Wasser, das hat gefehlt.“ Leider seien viele Eltern mit Schwimmbadbesuchen immer noch zögerlich.

Auch wenn der Spaß für die Kleinen genauso groß ist wie sonst, für die erfahrene Schwimmlehrerin, die die Kurse mit ihrem Mann Klaus Kruzinski betreut, ist in diesem Jahr alles anders: „Ich darf die Kinder nicht anfassen und sie nur von außen korrigieren, das ist etwas befremdlich.“ Aus diesem Grund dürfen an den Kursen in Adendorf auch keine blutigen Anfänger teilnehmen. „Aber als Zwischenschritt in der Corona-Zeit ist das schon sehr viel wert.“

28 Abzeichen haben die Kinder in den vergangenen Wochen schon unter ihrer Obhut abgelegt. Der 7-jährige Julius aus Lüneburg will sich heute an Bronze versuchen. Ein bisschen aufgeregt ist er schon, aber vier Bahnen schwimmen, tauchen und ein Sprung vom Einmeter-Brett, das kann er alles.

Von Lea Schulze