Donnerstag , 29. Oktober 2020
In Jelmstorf ist seit Wochen kein Durchkommen mehr. Die Fahrbahn wird erneuert.(Foto: phs)

„Es ist der Wahnsinn!“

Bargdorf/Bad Bevensen/Dahlenburg. Gefangen im eigenen Ort. Was nach einem schlechten Scherz klingt, wurde am Dienstag in Bargdorf Realität. Im Zuge der Bauarbeiten an der Bundesstraße 4 führte nach Angaben von Christopher Tieding am frühen Vormittag kein Weg mehr rein und keiner raus aus dem Ortsteil der Gemeinde Bienenbüttel. Alle asphaltierten Verbindungen zur Außenwelt endeten an Absperrbalken. „Hätte ein Rettungswagen hierher gemusst, hätte er keine Chance gehabt“, sagt der Ortsvorsteher. Die Arbeiten an der B 4 sorgen vielerorts für Unmut – erst recht seit bekannt ist, dass diese noch bis in den September hinein andauern sollen, länger als zunächst angenommen.

Wie berichtet, repariert die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr derzeit abschnittsweise vom Barumer Kreuz bis Jelmstorf und von Jelmstorf bis nach Bienenbüttel die Fahrbahndecke – nachdem bereits seit Mitte Juli die Jelmstorfer Ortsdurchfahrt gesperrt ist. Die großräumigen Umleitungen über Bad Bevensen und Dahlenburg gen Norden sowie Melbeck und Ebstorf in Richtung Süden sollen für den überörtlichen Verkehr bis Mitte September bestehen bleiben. Der Anliegerverkehr wird halbseitig mit einer Ampelanlage an den Bauabschnitten vorbeigeführt, die Vollsperrung der Ortsdurchfahrt Jelmstorf soll voraussichtlich in der ersten Septemberwoche aufgehoben werden.

Mehr Kontrollen in der Ebstorfer Straße

Bei Melbecks Bürgermeister Klaus Hübner sorgt diese Nachricht für Stirnrunzeln. „Es ist der Wahnsinn, was sich hier abspielt!“ Der geballte Verkehr aus Norden werde derzeit durch das Nadelöhr der Ebstorfer Straße zwischen Kita und Grundschule gelotst. Hübner fragt sich, wie es nach den Sommerferien weitergehen soll. „Neue Kinder an der Grundschule und der Schwerlastverkehr vor der Tür – das ist eine Katastrophe.“ Hübner will sich in diesen Tagen an die Polizei wenden, um mehr Kontrollen in der Ebstorfer Straße zu erreichen.

Derweil ärgert sich Peter Rowohlt, Verwaltungschef der Samtgemeinde Ilmenau, über die Informationspolitik der Landesbehörde. Von der Fahrbahninstandsetzung bis Mitte September habe er bis gestern nichts gewusst. „Angesichts der Überschaubarkeit dieser Maßnahme hätte ich mir eine bessere Planung und Abstimmung gewünscht.“