Freitag , 30. Oktober 2020
Noch bis zum 7. September läuft die Online-Konsultation in Sachen A39. Doch wer hat Zeit, all die Unterlagen zu lesen? (Foto: A/t&w)

A 39: Online-Konsultation läuft noch bis 7. September

Lüneburg. Das Planfeststellungsverfahren für den Weiterbau der A39 im Bereich der Stadt Lüneburg biegt auf die Zielgerade ein: Seit Wochenbeginn läuft die Erörterung für die jüngsten Stellungnahmen zum ersten Bauabschnitt von Lüneburg-Nord bis zur Verbindung zur B216 östlich der Salzstadt. Eigentlich sollte die Erörterung im März stattgefunden haben, wurde aber wegen Corona verschoben. Stattdessen läuft nun eine Online-Konsultation. Noch bis zum 7. September haben unter anderem 445 private Einwender Zeit zu reagieren. Dabei sind die Unterlagen recht umfangreich. Allein der allgemeine Teil zuzüglich der Fachpräsentationen umfasst mehr als 600 Seiten.

Der erste Bauabschnitt des geplanten Neubaus der A39 reicht von Lüneburg-Nord bis zur Anbindung zur B216. (Grafik: LZ)
Die passwortgeschützten Zugänge wurden von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hannover verteilt. Bei den 445 privaten Einwendern handelt es sich nach Angaben der Behörde im Wesentlichen um die Personen, die im Rahmen der jüngsten Planauslegung 2017 eine Einwendung erhoben hatten. Zudem haben 34 Behörden beziehungsweise sonstige Träger öffentlicher Belange, die seinerzeit eine Stellungnahme abgegeben hatten, den Zugang erhalten. Und die LZ …

Anlass für das Planänderungsverfahren 2017 war unter anderem die Berücksichtigung eines zusätzlichen Fahrstreifens zwischen den Anschlussstellen Lüneburg-Nord und Erbstorfer Landstraße in beiden Fahrtrichtungen. Das Verfahren insgesamt läuft seit 2012. Angesichts der Fülle der jetzt online zur Verfügung gestellten Unterlagen, wollte die LZ von der Planfeststellungsbehörde in Hannover wissen, ob sie die Frist von drei Wochen wirklich für angemessen hält. Immerhin müssen vor allem private Einwender die Vielzahl der Unterlagen fachlich erstmal würdigen können, bevor sie abermals darauf reagieren.

„Zeitraum angemessen und ausreichend“

Dem hält Heike Haltermann, Sprecherin der Landesbehörde für Straßenbau und -verkehr in Hannover, entgegen: „Die meisten der bereitgestellten Unterlagen sind für die Beteiligten nicht neu.“ So seien auch schon mit Blick auf die zuvor geplante Präsenzveranstaltung im März allen Einwendern die Erwiderungen der Behörde bereits einzeln zugesandt worden. Auch die Gesamterwiderung mit einem Umfang von 466 Seiten sei den Beteiligten zugänglich gemacht worden. Die ursprünglich geplante Präsenzveranstaltung hätte zudem nur eine Woche gedauert, anstatt der drei Wochen für die jetzige Online-Konsultation. Haltermann: „Somit wird dieser erweiterte Zeitraum von uns in jeder Hinsicht als angemessen und ausreichend betrachtet, damit die Beteiligten sich zu dem Stand ihrer Einwendungen und Stellungnahmen in dem Verfahren effektiv äußern können.“

Anders als bei einer Präsenzveranstaltung können aber die Einwender unter sich nicht in Kontakt treten, um sich über ihre Interessenlagen auszutauschen. In der zusammengefassten Gesamterwiderung sind den privaten Einwendungen wohl aus Datenschutzgründen keine Namen zugeordnet, sondern „Problem-Nummern“.

Von Dennis Thomas