Sonntag , 20. September 2020
Die Fundsachenversteigerung der Stadt lief wegen der Corona-Auflagen anders ab als sonst. (Foto: be)

Mehr Räder, weniger Käufer

Lüneburg. Normalerweise ist der ganze Hof des Bürgeramtes voll mit Menschen, wenn die Stadt zur Fahrradversteigerung einlädt. Besucher kommen und gehen, oft bleiben am Ende kaum Fahrräder übrig. Doch dieses Mal war alles ein bisschen anders. Wegen der Abstandsregeln, die in der Corona-Pandemie gelten, wurde die Veranstaltung zweigeteilt, es durften nur jeweils 40 Personen teilnehmen, die auf Stühlen Platz nehmen mussten. Dem Erfolg haben die Maßnahmen keinen Abbruch getan.

Interessierte mussten sich im Vorfeld anmelden, denn in Zeiten von Corona müssen alle Besucher registriert werden. „Leider sind morgens nicht alle gekommen, die sich angemeldet hatten, sodass ein paar Plätze frei blieben, die wir auch nicht mehr besetzen konnten“, sagt Sabine Gemmer, die die Fahrradversteigerung mitorganisiert. „Morgens war es insgesamt sehr träge“, sagt sie, denn im ersten Durchlauf wurden nur 38 Fahrräder verkauft.

Insgesamt waren wegen der Einschränkungen deutlich weniger potentielle Käufer anwesend – auf der anderen Seite gab es aber weit mehr Fahrräder, als in den vergangenen Jahren. „Im März ist die Versteigerung ja wegen Corona ausgefallen, deshalb waren unsere Keller jetzt wirklich voll“, erklärt Gemmer. 140 Fahrräder standen zum Verkauf – aber nur 80 Personen konnten mitbieten.

Preise deutlich unter Vorjahresniveau

Obwohl die Auktion langsam anlief und weniger Gäste teilnehmen konnten, war Gemmer am Ende zufrieden mit dem Ablauf. Am Nachmittag kam die Versteigerung nämlich deutlich schneller in Schwung als noch am Morgen: „Bei der zweiten Auktion wurden noch mal 71 Räder verkauft.“ Viele der Anwesenden ergatterten gleich mehrere Drahtesel – für wenig Geld.

Denn die Preise blieben weit unter dem Niveau der Vorjahre. „Normalerweise bieten sich die Leute gegenseitig hoch“, erklärt Gemmer. Das sei zwar manchmal unübersichtlich, führe aber dazu, dass die Preise schnell steigen. Dieses Mal pendelten sie sich bei fünf bis 25 Euro ein – nur selten ging ein Fahrrad für mehr als 50 Euro weg.

Die übrigen 31 Fahrräder, die nicht an den Mann gebracht werden konnten, gehen nun als Spende an die Psychiatrische Klinik Lüneburg. Bei der Versteigerung kamen insgesamt 2025 Euro zusammen, die nun der Stadtkasse zugeführt werden.

Noch eine Versteigerung wird es in diesem Jahr nicht geben. „Erst wieder im Frühjahr“, sagt Gemmer, und dann sei hoffentlich alles wieder normal.

von Lilly von Consbruch