Donnerstag , 22. Oktober 2020
Der Ilmenaugarten von Garten. (Foto: t&w)

Der lange Weg zum Spielplatz

Lüneburg. Im Neubaugebiet Ilmenaugarten wohnen viele junge Familien mit Kindern. Zwei Spielplätze sollten deshalb dort entstehen. Passiert ist bisher nichts – und es wird wohl auch noch einige Zeit dauern. Die Umsetzung verschiebt sich um ein weiteres Jahr. Das haben Julia Tettamanti und andere Eltern aus dem Viertel jüngst erfahren. Darüber sind sie verärgert.

Bei einer Info-Veranstaltung im September will die Stadt den Eltern die Spielplatzplanungen inklusive Zeitschiene für die Fertigstellung vorstellen. Anwesend sein werden auch die Bauträger Roland Wölk und Manfred Schulte von der Ilmenaugarten GmbH, die die Spielplätze bauen muss.

Es gab zahlreiche Gespräche und E-Mail-Verkehr

Bereits vor einem Jahr hatte die LZ über das Spielplatzproblem im Ilmenaugarten berichtet. Damals verwiesen Eltern darauf, dass als Bautermin Frühjahr 2018 von einem der Investoren genannt worden sei. Daraus wurde nichts. Julia Tettamanti wandte sich daraufhin an die Stadt, denn in einem Vertrag zwischen der Ilmenaugarten GmbH und der Stadt ist der Bau der beiden Spielplätze festgeschrieben. Es gab zahlreiche Gespräche, E-Mail-Verkehr mit dem Fachbereich Straßen- und Ingenieurbau. Von dort hieß es, dass die Bautätigkeiten im Gebiet größtenteils erst abgeschlossen sein müssten, dann könne mit dem Bau begonnen werden. Im März 2019 gab es eine Kinderbeteiligung, danach passierte wieder nichts.

Anfang September 2019 schrieben Mütter aus dem Quartier einen Brief an Oberbürgermeister Ulrich Mädge, forderten ihn auf, dafür zu sorgen, dass die Spielflächen geschaffen werden. Als Übergangslösung wurde dann im Dezember eine mobile Spielebox im Wandrahmpark installiert. Im Mai dieses Jahres hakten die Eltern nach, wollten von Mädge wissen, was denn nun wird. Der antwortete postwendend: Der Bereich Grünplanung sei sehr bemüht, zwischen Investoren und den Eltern zu vermitteln und den Aufbau der Spielplätze zeitnah umzusetzen. Sobald die abgestimmten Pläne vorlägen, würden diese den Eltern vorgestellt. Die Ausschreibung solle im Herbst erfolgen, die Fertigstellung sei voraussichtlich im Frühjahr 2021. Bei Fragen könnten sich die Eltern an die Fachbereichsleiterin Uta Hesebeck wenden.

Mit dieser neuen Planung „waren wir nicht einverstanden. Deshalb haben wir am 23. Juni einen Fragenkatalog an die Stadt geschickt. Adressat war der Oberbürgermeister, denn er zeichnet doch verantwortlich für Stadtentwicklung“, meint Tettamanti. Anfang Juli erhielten sie die Einladung zur Informationsveranstaltung, zu der aufgrund der Hygiene- und Abstandsmaßnahmen nur sieben Personen kommen dürfen.

Anfang August erreichte die Eltern und Anwohner außerdem ein umfangreiches Antwortschreiben auf den Fragenkatalog. Aufgrund der Urlaubszeit habe man dazu noch nicht mit allen Eltern Rücksprache halten können, sagt Tettamanti, aber einige würden die Antworten auf die Frage, warum es immer wieder zu Verzögerungen komme, als schwammig empfinden. So wollten die Eltern unter anderem von Mädge wissen, warum nicht zumindest ein Spielplatz in diesem Jahr fertiggestellt werden konnte – wie der Verwaltungschef in einem Brief im September 2019 angekündigt habe. Uta Hesebeck antwortete, der letzte Planungsstand sei durch den Bereich Grünplanung nochmals überprüft worden. „Dabei haben wir noch wichtige Änderungen im Bereich der Geländemodellierung und der Qualität der Spielgeräte eingefordert. Diese Forderungen waren uns wichtig, sodass wir dafür auch weitere Verspätungen in Kauf genommen haben.“

Die Entwurfsphase sei noch einmal überprüft worden

Eine weitere Frage war, warum Uta Hesebeck in einem LZ-Artikel Ende September 2019 erklärt habe, dass die Planung abgeschlossen sei und Mädge nun im jüngsten Schreiben erklärte, dass noch keine abgestimmten Pläne vorlägen. Die Fachbereichsleiterin erläuterte, dass es mehrerer Planungsstufen bedürfe. Die Entwurfsphase sei noch einmal überprüft worden, mit Veränderungen versehen und solle nun bei der Info-Veranstaltung vorgestellt werden.

Kritik kommt von den Eltern auch an der Spielebox, die aus ihrer Sicht nicht viel mehr als eine Rutsche bietet. Die Stadt verweist darauf, dass die Entscheidung für das Angebot kurzfristig gefällt werden musste, sie habe auf die Ausstattung zurückgreifen müssen, die unmittelbar geliefert werden konnte. Bemängelt hatten die Eltern auch, dass die Box als „Toilette von der Alkoholiker-Szene zweckentfremdet“ werde. Immerhin gibt es von ihrer Seite auch ein Lob an die Stadt, denn die will nun das Kontroll- und Reinigungsintervall auf zweimal pro Tag erhöhen.

Von Antje Schäfer