Dienstag , 29. September 2020
Bei Gut Brockwinkel laufen derzeit die Probebohrungen für einen dritten Vio-Brunnen. Das sorgt für Proteste, unter anderem auf dem Marktplatz in Lüneburg. Foto: be

Höhepunkt des Protestes

Lüneburg. Seit Jahren sucht die Coca-Cola GmbH im Landkreis Lüneburg nach einem dritten Brunnen für ihre Vio-Produktion. Und fast ebenso lange hagelt es Proteste von Bürgern gegen das Projekt. Der Widerstand erreicht am Freitag einen Höhepunkt mit der groß angelegten Demonstration ab 16.30 Uhr auf dem Lüneburger Marktplatz.

Zu der Protestaktion aufgerufen hat die Bürgerinitiative „Unser Wasser“ um Mitbegründerin Bettina Schröder-Henning und Sprecherin Marianne Temmesfeld. Und die beiden Frauen würden sich laut Schröder-Henning freuen, „wenn 1000 Menschen mit uns auf die Straße gehen würden“. Genau so viele sind laut Polizeisprecher Kai Richter auch angemeldet.

Probebohrungen am dritten Vio-Brunnen

Derzeit laufen im Bereich Gut Brockwinkel nahe Reppenstedt Probebohrungen für den dritten Vio-Brunnen. Laut dem Landkreis Lüneburg als Genehmigungsbehörde ist geplant, dass Coca-Cola dort binnen 70 Tagen rund 118 000 Kubikmeter Grundwasser fördert, maximal zulässig wären in dem Zeitraum sogar 180 000 Kubikmeter. Aktuell pumpt der Konzern zu Produktionszwecken jährlichen rund 350 000 Kubikmeter Grundwasser in der Region ab, möchte dieses Volumen jedoch gerne verdoppeln.

Negative Auswirkungen durch die Probebohrungen befürchten weder der Getränkehersteller noch der Landkreis. Die Kritiker sehen das hingegen anders.

Bettina Schröder-Henning: „Es gibt kein neutrales Gutachten. Dass der Landkreis bislang dennoch stets bedenkenlos seine Genehmigung für weitere Bohrungen erteilt hat, und dann gleich für 25 Jahre, ist ein Skandal. Zumal sich die Wasserbestände niemals durch Niederschläge regnerieren werden, dafür gibt es nicht genug Neubildung.“

Von Lea Schulze

Mehr dazu lesen Sie morgen in der LZ und ab 16.30 Uhr auf LZonline.

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