Samstag , 24. Oktober 2020
Franziska John mit Käpt'n Blaubär. Der Deutsch Drahthaar Labrador Mix ist 7 Jahre alt und sucht ein neues Zuhause. Er ist quirlig und noch unerzogen. Er sollte nicht in eine Familie mit kleinen Kindern. Und Katzen und andere Hunde mag er gar nicht. (Foto: t&w)

Tierschutz liegt ihr am Herzen

Lüneburg. Mit Tieren ist sie auf dem Land groß geworden und der Tierschutz liegt ihr am Herzen. Ihr großer Wunsch, sich auch beruflich für da s Wohl von Tieren einzusetzen, hat sich jetzt erfüllt. Franziska John (27) ist seit Anfang Mai die neue Chefin des Lüneburger Tierheims und Nachfolgerin von Frauke Girus-Nowoczyn.

Die gebürtige Hohnstorferin lebt seit ihrem 12. Lebensjahr in Lüneburg und erwarb am Wirtschaftsgymnasium ihre Fachhochschulreife. Nach einer dreijährigen Ausbildung zur Kauffrau für Marketing-Kommunikation ankerte sie 2014 bei der Otto GmbH in Hamburg als Betriebsmanagerin. „In der Zeit bin ich wieder nach Lüneburg gezogen, denn ich bin durch und durch Lüneburgerin.“ Als sie 2017 erfuhr, dass man im Tierheim ein Freiwilliges Ökologisches Jahr machen kann, war sie Feuer und Flamme. „Mein Arbeitgeber hat dann ermöglicht, dass ich ein Jahr freigestellt wurde.“

Inzwischen gibt es ein gutes Netzwerk Ehrenamtlicher

Franziska John brachte in dieser Zeit die Katzenhilfe Lüneburg auf den Weg, die sich um freilebende Katzen kümmert und dafür sorgt, dass diese kastriert und mit Futter und gebenenfalls Medikamenten versorgt werden. Inzwischen ist dazu ein gutes Netzwerk von Ehrenamtlichen entstanden, die sich vor Ort um Tiere kümmern „und die wir unterstützen“, erklärt Franziska John. Langfristiges Ziel sei es, dass im Lankreis Lüneburg – wie es das auch schon in anderen Regionen gibt – eine Katzenschutzverordnung eingeführt wird. Das würde dann bedeuten, dass alle Katzen kastriert werden, damit sie sich nicht unkontrolliert vermehren.

Seit einem Jahr hatte sie dann als Assistentin von Frauke Girus-Nowoczyn gearbeitet. Als das Angebot für den Posten der Geschäftsführerin kam, habe sie intensiv überlegt, ob sie sich der Aufgabe stellen möchte. „Denn es ist schon eine Herausforderung. Es geht zum einen um den Tierschutz, zum anderen aber auch darum, die Einrichtung unter betriebswirtschaftlichen Aspekten zu führen.“ Sie sei aber überzeugt, dass sie etwas bewirken könne – gemeinsam mit dem Team. Und auch ihre Vorgängerin sowie die ehemalige Tierheim-Chefin Selina Martens stünden ihr beratend zur Seite.

Aktuell wird in zwei Schichten gearbeitet

Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass Planungen für eine Erweiterung der Katzenquarantäne erst einmal stagnieren. Gearbeitet wird in dem Haus an der Bockelmannstraße derzeit in zwei Schichten. So ist gewährleistet, dass wenn ein Team wegen Corona ausfällt, das andere die Versorgung der Schützlinge übernehmen kann. Neben 15 Kleintieren wie Kaninchen und Mäusen werden derzeit 21 Katzen betreut, etliche sind vorgemerkt. 24 Hunde warten auf ein neues zuhause. Was die Mitarbeiter der Einrichtung freut: In dieser Zeit werden nicht mehr Tiere abgegeben. „Im Gegenteil, mancher überlegt, einen Hund aufzunehmen.“ Zur Praxis der Vermittlung gehört, „dass wir schauen, ob Mensch und Tier zu einander passen und ob die neue Umgebung entsprechend der Bedürfnisse des Tieres ist.“

Nachwuchssorgen bei den Mitarbeitern hat das Haus zwar nicht, „aber wir haben uns kurzfristig entschlossen, einen weiteren Azubi aufzunehmen“, sagt Franziska John. Bewerbungen sind bis Ende Mai möglich.

Von Antje Schäfer