Freitag , 30. Oktober 2020
Die Sauen Nala und Nienke lieben Walnüsse. Darüber freuen sich ihre Patinnen Ulla Adam (l.) und Ilona Schonn sowie Schubz-Chef Frank Corleis. (Foto: t&w)

Schweinisch was los

Lüneburg. Es riecht nicht gerade nach Veilchen, doch die beiden Damen fühlen sich sauwohl. Sie bekommen ein Wohlfühlprogramm, damit sie als Models eine gute Figur für den Fotografen machen. Das finden die Mädels schweinegut. So gibt es zum Pressetermin für die beiden Ferkel Walnüsse. „Lecker!“, quieken die Tiere. Jedenfalls kann man ihre Begeisterung so interpretieren. Im Arche-Park des Schulbiologie- und Umweltbildungszentrums in Ochtmissen wurde gestern die Taufe für zwei neue Bewohner gefeiert. Das Areal, das an einen Bauernhof erinnert, ist den meisten noch als Tiergehege bekannt. Schubz-Chef Frank Corleis und seine Mitstreiter haben alten Haustierrassen eine Heimat gegeben.

„Schweine waren schon immer meine Lieblingstiere.“
Ilona Schonn, Patin

Das Schubz, von Stadt und Kreis mitgetragen, muss einen großen Teil seiner Finanzierung über Spenden bewältigen. Patenschaften sind ein Mittel der Wahl. Ulla Adam und Ilona Schonn gefällt das Projekt, sie bezuschussen es gern mit jeweils 250 Euro. Die rotbunten Husumer Schweine heißen nun Nala und Nienke. Ulla Adam hatte eigentlich einen Tag mit ihren Enkeln geplant, der muss in Corona-Zeiten ausfallen, statt eines intensiven Besuchs im Park nun eine Spende. Ilona Schonn will mit ihrer Firma ein Anliegen des Tierschutzes unterstützen: „Und Schweine waren schon immer meine Lieblingstiere.“

Corleis, der die Taufe mit Cornelia Holz-Peter vom Förderverein vorbereitet hatte, berichtet, dass er sich weitere Patenschaften wünscht. So kostet ein Ferkel beim Züchter 150 Euro, pro Monat kommen für Futter 50 Euro hinzu. Auch für die anderen Tiere sei finanzielle Unterstützung willkommen. Nala und Nienke dürfte ein längeres Leben beschieden sein, denn Corleis will sie als Zuchtsauen nutzen. Ihre Ferkel werden aufgezogen und verkauft oder geschlachtet – wie das so ist auf einem Bauernhof.

Tiere können virtuell begleitet werden

Noch mehr als sonst lockt das Gehege in diesen Tagen Besucher an. „Da kommen viele Familien aus den Etagenwohnungen am Kreideberg, um mit den Kindern einen Ausflug zu machen“, sagt Corleis. Da Spielplätze gesperrt seien, sei das Leben der Tiere hinter den mannshohen Zäunen eine willkommene Abwechslung.

Die kann noch etwas attraktiver sein: Weil Ziegen und Kühe sich manchmal für ein Nickerchen in die Ställe zurückziehen, können Gäste sie virtuell begleiten. Mitarbeiter haben mit Drohnen Filme der Tiere gefertigt, die sie beim Herumtollen und Fressen zeigen. Wer sein Handy dabei hat, kann mittels eines QR-Codes vor Ort Beiträge auf seinem Smartphone aufrufen und mehr über Tiere und deren Leben erfahren.

Von Carlo Eggeling