Der Verein zieht Bilanz nach den zum großen Teil abgesagten Plattdeutschen Wochen und macht schon wieder Pläne für die Zukunft. (Foto: A/pet)

Lüneplatt lässt sich nicht unterkriegen

Lüneburg. „Nich ünnerkriegen laten un blievt alle gesund!“, heißt es in diesen Tagen auf der Internetseite des Vereins Lüneplatt. Auf Hochdeutsch: „Nicht unterkriegen lassen und bleibt alle gesund.“ Gerade noch rechtzeitig vor Beginn der Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Krise konnte der Verein im Gasthaus „Adlerhorst“ seine Jahreshauptversammlung durchführen.
Der 1. Vorsitzende Gerd Nagel war verhindert, für ihn führte die 2. Vorsitzende Angelika Schröder durch die Versammlung des Vereins, der zurzeit knapp 100 Mitglieder zählt.

In der zog der Verein Bilanz – eine Bilanz, die unterschiedlicher kaum hätte ausfallen können. Bitter enttäuscht war die Niederdeutschgemeinde in der Region darüber, dass der größte Teil der Veranstaltungen im Rahmen der Plattdeutschen Wochen aufgrund der Coronakrise abgesagt werden musste.

Immerhin hatte mehr als ein Drittel der geplanten Veranstaltungen, meist von Interessierten gut besucht, bis dahin stattfinden können. Zuvor hatte der Verein Lüneplatt andere Abende auf den Weg gebracht, so den Vortrag von Reinhard Goltz, ehemaliger Präsident des Instituts für Niederdeutsche Sprache in Bremen. Der referierte anlässlich des 200. Geburtstags des plattdeutschen Autoren Klaus Groth über dessen Leben und Wirken. Das Duo „Nordlücht“ mit Klaus Stehr und Magdalene Grüttner sorgte hier für die Musik.

Ein großer Erfolg sei auch das Konzert mit dem niederdeutschen Liedermacher Helmut Debus gewesen. Und auch das Treffen mit den Plattdeutschfreunden aus der Grafschaft Bad Bent­heim sei gut angekommen, so Günther Wagener, Plattdeutschbeauftragter für Stadt und Landkreis Lüneburg. Zweieinhalb Stunden lang habe man sich mit den Gästen, die ein ganz anderes Platt sprechen, ausgetauscht. „Da musste man schon gut hinhören.“

Plattdeutsche Bücherkisten mit neuer Lektüre bestückt

Weiteren Rückenwind für die plattdeutsche Sprache gab auch, dass die Hugo-Friedrich-Hartmann-Oberschule und die Hermann-Löns-Grundschule vom Niedersächsischen Kultusministerium als „Plattdeutschschulen“ ausgezeichnet wurden. Mit neuer Lektüre bestückt wurden außerdem die plattdeutschen Bücherkisten, die von Grundschulen und Kindergärten ausgeliehen werden können.

Auch für die Zukunft plant der Verein Lüneplatt: So ist für Oktober eine Mehrtagesfahrt nach Neubrandenburg und Eisenach geplant – auf den Spuren des niederdeutschen Autoren Fritz Reuter. „Dafür liegen schon 30 Anmeldungen vor“, berichtete Günther Wagener. Auch hoffen die Freunde der niederdeutschen Sprache, dass möglichst viele Veranstaltungen aus der Reihe der Plattdeutschen Wochen nach Ende der Coronakrise nachgeholt werden können.

Aus dem Vorstand von Lüneplatt schied Schriftführer Horst Jürgens aus. Ein Nachfolger wurde noch nicht gefunden. Hans-Peter Müller bleibt Kassenprüfer, neue Kassenprüferin ist Thea Reimann.

Von Ingo Petersen