Montag , 28. September 2020
Der Arbeiten am Arena-Rohbau könnten im Oktober wieder starten. Foto: be

Zufahrt für die Feuerwehr fehlt

Lüneburg. Der Prüfstatiker hat für den Weiterbau der Arena Lüneburger Land grünes Licht gegeben, das wurde bei der Sondersitzung des Kreis-Hochbauausschusses be kanntgeben. Zwischenzeitlich hatte der Rohbauer für die Multifunktionshalle eine Zwangspause einlegen müssen, weil die bisher vorliegende Statik nicht mit der tatsächlich ausgeschriebenen Konstruktion zusammenpasste. Im Planungsprozess war zwischenzeitlich die Decken­traglast deutlich erhöht worden.

Keine Parkplätze von Tofutown

Jetzt könnte es aber noch wenige Wochen dauern, bis die notwendigen Tragwerkstützen hergestellt sind, sagte Hans-Richard Maul, der beim Landkreis im Frühjahr die Projektsteuerung übernommen hatte. Die Wartezeit kann er nun nutzen, um das Problem mit der Feuerwehrzufahrt auf dem Arena-Gelände zu lösen.

Eine Feuerwehrzufahrt auf dem Gelände der künftigen Sport- und Veranstaltungshalle an der Lüner Rennbahn war bislang nicht vorgesehen. Stattdessen hatten sich die Planer zuvor darauf verlassen, die Feuerwehrzufahrt eines Grundstücksnachbarn mitnutzen zu können. Dieser Wunsch habe sich laut Maul nun aber in Wohlgefallen aufgelöst, „wir haben keine Einigung erzielt“, räumte Maul im Ausschuss ein. Auch die Idee, rund 120 weitere Parkplätze auf dem Gelände der Firma Tofutown anzumieten, hat sich offenbar zerschlagen. Jedenfalls: Die Feuerwehrzufahrt muss nun auf dem Arena-Grundstück selbst unterbracht werden. Und das dürfte mit Blick auf die ohnehin schon angespannte Parkplatzproblematik zusätzlich interessant werden.

Kreistagssitzung am 30. August

Von 700 geforderten Stellplätzen für bis zu 3500 Arena-Besucher kann der Landkreis auf seinem Hallen-Areal nur 272 nachweisen. Die sind aber in der Baugenehmigung durch die Stadt Lüneburg festgeschrieben. Wenn jetzt aber die Feuerwehrzufahrt auch auf das Gelände kommt, rechnet Maul damit, dass „20 bis 30 der bisher geplanten Stellplätze wieder entfallen“. Die Herausforderung sei es laut Maul, dass trotzdem die Gesamtzahl von 272 Stellplätzen auf dem Grundstück unterbracht werden müssen. „Wir wollen unter allen Umständen vermeiden, dass ein Nachtrag für die Baugenehmigung notwendig wird.“

Offen ist zudem, in welcher Form der Lüneburger Kreistag den Weiterbau der Arena mittragen wird. Bei der Kreistagssitzung am 30. August geht es um einen gemeinsamen Antrag von CDU, Grünen, FDP, Unabhängigen und Linke. Wie berichtet, fordern sie Einsparungen beim Arena-Bau und damit eine Begrenzung auf einen Kostenrahmen von 20 Millionen Euro. Zuletzt waren die voraussichtlichen Kosten auf 25,7 Millionen Euro taxiert worden – ursprünglich war mal von rund zehn Millionen Euro die Rede.

Externe Unterstützung bei der Projektsteuerung erhält der Landkreis Lüneburg als Bauherr von der Beraterfirma „Reese Baumanagement“. Projektsteuerer Ronald Wittkopf zeigte sich bei seiner Darstellung des neuen Bauzeitenplans optimistisch, dass die Politik Ende August den Weiterbau gewährt.

Arbeiten am Rohbau ab Oktober?

Bis Ende September sollen dann laut Wittkopf auch die Stützen für das Tragwerk und weitere Formteile produziert sein. Dann könnten die Rohbauarbeiten ab Oktober fortgesetzt werden. Bis Ende September sollen zudem bereits gefertige Leistungsverzeichnisse noch einmal überprüft werden und noch ausstehende Aufgabenlisten erstellt werden. Dann könnte im Oktober beziehungsweise November diesen Jahres die Ausschreibung noch offener Gewerke durchgeführt werden. Insgesamt sollen die meisten Arbeiten ein Jahr später, im September 2020 abgeschlossen sein. Danach folge der Tribünenbau. Die Übergabe an den Lüneburger Betreiber Klaus Hoppe von der Campus Management GmbH solle dann im ersten Quartal 2021 stattfinden, die Vermarktung könne dann ab dem zweiten Quartal 2021 erfolgen.

Von Dennis Thomas

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