Montag , 28. September 2020
Sarah Opitz. Foto: t&w

Geschichten, die Mut machen

Lüneburg. Mut ist ein zentrales Thema in den Geschichten, die Sarah Opitz erzählt. So auch in „Levken in den Wolken“, dem dritten Buch der Lüneburger Kinderbuchautorin und Illustratorin. Die Protagonistin findet darin den Mut, den eigenen Träumen zu folgen und merkt, dass es sich lohnt, sich nicht davon abbringen zu lassen.

Mit Levken hat Sarah Opitz viel gemein. Auch die Autorin hatte Träume und fand den Mut, ihnen zu folgen. Die studierte Grafikdesignerin gründete ihren eigenen Verlag und brachte 2013 ihr erstes Buch „Putz und der alte Grummel“ heraus. Ihr zweites Buch „Till und das Seerosenmädchen“ folgte ein Jahr später. Ihr drittes Buch erschien nun im März dieses Jahres. Aber dieses Mal nicht mehr in Eigenregie, sondern bei einem jungen Verlag aus Dresden.
Ihre Bücher im eigenen Verlag zu veröffentlichen, habe viel Arbeit mit sich gebracht, die Sarah Opitz keine Freude bereitete. Der Vertrieb und die Buchhaltung seien nicht ihre Sache gewesen, erzählt sie. Auf der Frankfurter Buchmesse wollte sie daher ihre Arbeiten Verlagen vorstellen. Gleich der erste, Matabooks, biss an. In nur fünf Wochen entstand kurz darauf „Levken in den Wolken“. Die Geschichte hatte sie vorher schon im Kopf. Auch die Illustrationen musste sie sich nicht mehr ausdenken. „Ich wusste bereits, wie sie aussehen sollen“, sagt die 33-Jährige.

Die Ideen kommen ihr im Schlaf

Ihr nächstes Projekt ist schon in Arbeit. Ebenfalls bei Matabooks wird eine Neuauflage ihres ersten Buches erscheinen. „Die Geschichte liegt mir sehr am Herzen und ich habe große Lust, die Bilder neu und besser zu malen“, sagt Sarah Opitz.

Mit Matabooks arbeitet sie auch deshalb so gerne zusammen, weil er seine Bücher auf Graspapier druckt. Wie der Name sagt, besteht das Papier tatsächlich aus Gras und gilt als besonders umweltfreundlich, weil für die Herstellung keine Chemie nötig ist. Sarah Opitz gefällt außerdem, wie es sich anfühlt und wie die Farben ihrer Illustrationen zur Geltung kommen. „Besonders das Blau“, sagt sie und deutet auf die Wolken, durch die ihre Heldin reist.

„Ich habe mir schon immer Geschichten ausgedacht und Figuren erfunden“, sagt Sarah Opitz. Sie ist stolz darauf, sich ihre kindliche Phantasie bewahrt zu haben. Die Ideen kommen ihr im Schlaf oder beim Spazierengehen. „Plötzlich macht es ‚klack‘ und die Geschichte ist da“, sagt die Autorin. Die Angst kreativer Menschen, ihnen könne nichts mehr einfallen, kenne sie kaum noch.

Leben kann Sarah Opitz vom Schreiben und Illustrieren noch nicht. Aber sie sei auf einem guten Weg dahin. In Teilzeit arbeitet sie in einem Café, um ihr Leben zu finanzieren. Mut wird sie weiterhin brauchen. „Die Sicherheit, davon leben zu können, die hat man nie“, sagte sie.

„Levken in den Wolken“ kostet 16,90 Euro

Von Katharina Scholz