Freitag , 30. Oktober 2020
Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer in den Naturparks Lüneburger Heide und Südheide sind fachkundige Botschafter der Heide-Region. Aktuell läuft der vierte Kursus seit 2009. Foto: Naturpark

„Der Bedarf nach Naturführern wächst“

Lüneburg. Sie sind fachkundige und begeisterte Botschafter der Heide-Region: Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer (ZNL) in den Naturparks Lüneburger Heide und Südheide. Die Frauen und Männer vermitteln nach erfolgreicher Prüfung in ihren naturkundlichen Führungen Einheimischen und Gästen fundierte Kenntnisse über die Kulturlandschaft Lüneburger Heide mit all ihren Besonderheiten.

Seit mittlerweile zehn Jahren bietet der 2006 gegründete Naturpark Lüneburger Heide in Kooperation mit dem Naturpark Südheide und der Alfred-Toep-fer-Akademie für Naturschutz in Schneverdingen diese umfangreichen Ausbildungslehrgänge an. Aktuell läuft der vierte Kursus seit 2009 mit 20 Teilnehmern. Darunter sind mit Martin Pollack (Lüneburg), Wolfgang Koltermann (Amelinghausen) und Jannek Meister (Rolfsen) drei aus dem Kreis Lüneburg.

Die Gruppe kritisch-naturinteressierter Touristen nimmt zu

„Wir hatten diesmal mehr als 50 Anmeldungen“, freut sich Naturpark-Mitarbeiter Simon Hagmann. „Aus diesem Grund überlegen wir, in kürzeren Abständen als bisher zum ZNL auszubilden.“ Zuletzt hatten 23 Frauen und Männer 2015 die Fortbildung absolviert. „Der Bedarf nach gut ausgebildeten Naturführern wächst“, sagte Hagmann, „da die Gruppe kritisch-naturinteressierter Touristen zunimmt.“

Von den Absolventen wird einiges verlangt. In 70 praktischen und theoretischen Unterrichtseinheiten wird in drei Blöcken das nötige ökologische Wissen und methodische Handwerkszeug erworben. Ebenso im Kursus behandelt werden Grundlagen in den Bereichen Organisation, Recht und Marketing rund um das Thema Gästeführungen. Zusätzlich aufgenommen im Lehrplan wurden erstmals als Bausteine der regionale Klimawandel, seine Folgen für Flora, Fauna und Tourismus sowie der Wolf und seine Anwesenheit in der Lüneburger Heide. Dazu referierten Dr. Christine Katz und Karin Fischer vom Forschungsinstitut „diversu“ sowie Oliver Richter, Wolfsberater in Diensten der Landesforsten. Die Neuausrichtung des Lehrgangs unterstützen die beiden Naturparke mit mehreren Tausend Euro.

Lehrgang schließt mit einer Kurswoche ab

„Wir haben die ZNL-Ausbildung bewusst in einigen Bereichen angepasst und modernisiert“, sagte Lehrgangsleiter Jan Brockmann. „Damit entspricht der Kurs zum einen dem Konzept einer Bildung für nachhaltige Entwicklung und zum anderen der gewandelten Erwartungshaltung unserer Gäste.“ Im kommenden Monat schließt der Lehrgang mit einer Kurswoche ab. Die erfolgreichen Absolventen erhalten ein zunächst für fünf Jahre gültiges Zertifikat. Durch die Teilnahme an Fortbildungen, beispielsweise im Bereich Didaktik oder Artenvielfalt, muss dieses jährlich ergänzt werden. lz