Freitag , 30. Oktober 2020
Ab 2022 ist die DB Vertrieb nicht mehr mit dem Verkauf von Nahverkehrstickets in Lüneburg beauftragt. (Foto: A/be)

Aus für Lüneburger DB-Reisezentrum Ende 2022?

Lüneburg. Das Aus für das DB-Reisezentrum am Bahnhof Lüneburg scheint besiegelt: Wie der Sprecher der Metronom-Eisenbahngesellschaft, Björn Pamperin, am Montag in einer Pressemitteilung bekannt gab, ist ab Dezember 2022 die DB Vetrieb nicht mehr mit dem Verkauf von Nahverkehrstickets beauftragt. Da die Eisenbahngesellschaft mit Sitz in Uelzen den Zuschlag für das so genannte „Hanse-Netz“ erhielt, ist sie auch für den Fahrkartenverkauf verantwortlich und darf den Dienstleister selbst wählen – als solcher wurde in Vergangenheit die DB Vertrieb eingesetzt. „Stattdessen wird der Fahrkarten-Verkauf über eine Metronom-Agentur organisiert“, sagt Pamperin. Dabei sei offen, ob das in den Räumlichkeiten des aktuellen DB-Reisezentrums stattfinden wird oder in Verbindung mit einem Vertriebspartner – dies hänge unter anderem von den Mietforderungen ab. Die Verhandlungen befänden sich laut Pamperin noch ganz am Anfang.

Denkbar sei laut Pamperin ein Modell wie in Uelzen: Dort sei man mit dem dem Betreiber des DB-Service-Stores, dem Franchise-Unternehmen „Valora Retail“ eine Partnerschaft eingegangen, das DB-Reisezentrum schloss. In diesem Service-Store gibt es neben Snacks und Getränken jetzt auch Fahrkarten zu kaufen. Das sorgte für Ärger – laut der „Allgemeinen Zeitung“ in Uelzen hätten 250 Bürger vor dem Bahnhof gegen die Zustände demonstriert, da die Mitarbeiter nicht ausreichend geschult worden seien und technische Probleme den Fahrkartenverkauf unmöglich gemacht hätten.

Am Ende des Tages entscheidet die DB

Aus diesen Erfahrungen wolle man lernen, sagt Pamperin. „Bis 2022 haben wir für Lüneburg sicher eine vernünftige Lösung gefunden.“ Er habe die Hoffnung, dass die Fahrgäste auch die neuen Formen des Vertriebs zu schätzen lernen.

Ob das DB-Reisezentrum in Lüneburg schließen wird oder nicht hänge aber nicht vom Metronom ab. „Dass in verschiedenen Bahnhöfen die Reisezentren der DB geschlossen
werden, ist alleinige Entscheidung der DB.“ In Lüneburg wäre die DB allerdings ab Ende 2022 nur noch dazu befugt, Fahrkarten für den Fernverkehr zu verkaufen – und der Regio-Strecke nach Kiel, die von der DB bedient wird. Und schon am Freitag erklärte Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis in Bezug auf die Situation in Uelzen: „Damit fehlt ein wesentlicher Teil der Einnahmen und somit kann DB Vertrieb eine Verkaufsstelle wirtschaftlich nicht betreiben.“ Inwieweit dies auch auf den Bahnhof Lüneburg zutrifft, möchte die Bahn in den kommenden Tagen beantworten.

von Robin Williamson

https://www.landeszeitung.de/a/29897-zwei-broetchen-und-ein-ticket-nach-hamburg-bitte