Samstag , 26. September 2020
Die Reparatur der Heizungsanlage hätte eine junge Mutter mit zwei kleinen Kindern nach dem Unfalltod des Vaters fast in den finanziellen Ruin getrieben. Der Gute Nachbar half. Foto: Ivan Kruk

Guter Nachbar sorgt für Wärme

Lüneburg. Als ob der tödliche Verkehrsunfall des Vaters für die junge Familie nicht schon hart genug war, drohte der Mutter und ihren zwei und sechs Jahre alten Kindern nach dem fürchterlichen Schicksalsschlag zusätzlich noch, an Weihnachten in einem kalten Haus zu sitzen. Die Beerdigungskosten für ihren verstorbenen Mann konnte die 35-Jährige gerade noch schultern. Doch als dann auch noch die Heizung im Haus streikte, und nur eine umfangreichere Reparatur die Anlage wieder in Gang bringen konnte, geriet sie an ihre finanzielle Grenze. Der Gute Nachbar sprang ein. Die Hilfsorganisation von Landeszeitung und Wohlfahrtsverbänden für unschuldig in Not geratene Bürger in Stadt und Kreis Lüneburg zahlte 500 Euro für die Heizungsreparatur, sodass Mutter und Kinder es an Weihnachten warm haben.

„Das ist ein unglaublich tragischer Fall. Nicht nur, dass die Kinder ihren Vater und die Mutter ihren Partner verloren hatten, durch den Unfalltod des Vaters geriet die Familie in Not. Die finanziellen Rücklagen waren durch die hohen Beerdigungskosten aufgebraucht“, sagt Berthold Schweers vom Guten Nachbarn. Er berichtet, dass die Frau alleine keinen finanziellen Spielraum erwirtschaften kann. „Sie hat eine Teilzeitstelle und kann mit dem Lohn gerade die laufenden Kosten im Monat bezahlen. Ein großer Teil der Ersparnisse sind in den Hausbau geflossen, der vor dem tragischen Unfalltod stattgefunden hatte“, so Schweers. Ein wenig Entlastung erhofft er sich für die Frau, wenn sie Witwenrente erhält. „Doch bis dahin kann es noch eine Weile dauern.“

„Sie hat Krebs und bezieht Krankengeld“

Auf den Guten Nachbarn ist die 35-Jährige aufmerksam geworden durch ihre Nachbarn. „Diese haben sie glücklicherweise auf die Hilfsaktion aufmerksam gemacht“, sagt der Vorsitzende der Hilfsaktion.

Dass auch Krankheit in wirtschaftliche Not führen kann, hat eine 46 Jahre alte Frau erlebt. „Sie hat Krebs und bezieht Krankengeld“, erzählt Berthold Schweers. Die Ersatzleistung der Krankenversicherung als Ausgleich für den Einkommensausfall infolge ihrer schweren Krankheit reichte jedoch nicht aus, um allen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, die sie als Angestellte vor der Erkrankung eingegangen war.

„Sie musste kleinere Raten für Auto und Möbel abzahlen, konnte dies nun aber nicht mehr in vollem Umfang.“ Der Gute Nachbar half mit 385 Euro aus und konnte zudem bei einem der Gläubiger einen Vergleich erreichen, sodass die Raten künftig wegfallen. „Außerdem haben wir zusammen mit der Schuldnerberatung ein Konzept für sie erstellt. Wir haben es geschafft, sie von der ärgsten finanziellen Last zu befreien. Jetzt kommt sie wieder gut über die Runden.“

Von Stefan Bohlmann

Dank an die Spender

Viele Helfer in der Not

Gespendet haben für den Guten Nachbarn (ohne Ortsangabe bedeutet Lüneburg oder nicht bekannt): Karl-H. u. Almut Weihmann (50), Gisela Ollrog (50), Armin u. Gisela Krenz (50), Ernst-Günther Winterhoff (50), Hans-Dieter Nelder (50), Christel Schmidt (50), Birgit Bock (50), Ulrich Brackelmann (60), Alexandra Boek (80), Thea u. Heinrich Reimann (100), Nils Warnecke, Scharnebeck (150), Bolko u. Beate Schubert (200), Dr. Lutz Keller (250), Johann Tilmann Freiherr von Cramer (300), Manfred Theobald (60), Ilse Wellsow (200), Thomas Schütte (20), Elke Isermann (20), Iris Möller (25), Lissa Minte, Vögelsen (50), Sabine u. Bernd Hellfeuer (50), Irmgard Schulze (50), Eckhard Kison (100), Renate Schröder (100), Dr. Uwe Zimmermann u. Ines Kussmann, Wittorf (300), Inge Hammann (20), I. und W. Heise (20), Doris Diekmann (30), Ingrid Thielebörger (30), Friedel Wilke (50), Dietrich Luders, Wendisch-Evern (50), Hubert Fritsch (50), Axel Meyer (50), Ingelore Nagel-Ewert (50), Uwe u. Marianne Wilcke (50), Felix u. Ulrike Willmeroth (50), G. u. H. Trumann, Oerzen (75), Anne u. Karl-Heinz Leefmann (100), Erika u. Detlev Schmidt (100), Christel Schulz (150), Petra u. Fritz Uwe Linhart (150), Rupprecht und Karin R. Pelleringhoff, Reppenstedt (200), Dr. Michael Gaide, Vögelsen (350), Lieselotte Omenzetter (20), Erika Gebel (50), Beate Lockemann (50), Gabriele Maria Haekel (50), Petra Dunkel (50), Heidi Wittneben (50), Isabella Gießer (50), Jürgen u. Wiebke Peters (200), Mark u. Petra Düffert (20) sowie Annette Pia u. Michael Woltaire, Reppenstedt (100).