Mittwoch , 30. September 2020
Birte Schellmann und Berni Wiemann, Vorsitzende der Kulturauschüsse von Stadt und Kreis Lüneburg, gingen in Hannover auf die Straße. (Foto: privat)

Theater können kurz aufatmen

Hannover/Lüneburg. Der Kampf der kommunalen Theater Niedersachsens hat sich gelohnt, zumindest zum Teil. Am Dienstag beschloss die Landesregierung in Hannover, für das Jahr 2019 zusätzlich drei Millionen Euro für die sechs Bühnen und das Göttinger Symphonie Orchester freizugeben. Das Theater Lüneburg kann mit 360 000 Euro rechnen.

Das Geld kommt über die „politische Liste“ in den Landeshaushalt. Dabei handelt es sich um Mittel, die von den Regierungsfraktionen SPD und CDU direkt vergeben werden können. Die „politische Liste“ musste in den vergangenen Jahren schon mehrfach für die Theater herhalten.

„Ich freue mich, dass es geklappt hat, hoffe aber, dass künftig das Kulturministerium die Summe fest in den Haushalt einstellt“, sagt die Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers (SPD). Man wolle den Städten helfen, „ihr breites kulturelles Angebot zu sichern“, ergänzt ihr CDU-Kollege Jörg Hillmer.

„Wir sind natürlich sehr froh über diese Entscheidung“, sagen Hajo Fouquet und Volker Degen-Feldmann als Geschäftsführer des Lüneburger Theaters. Zumindest für ein Jahr sehen sie Entlastung. „Wir hoffen nun darauf, dass die Summe für die kommenden Jahre verstetigt wird“, sagt Fouquet.

Ursprünglich hatten die kommunalen Theater auf eine Erhöhung um sechs Millionen Euro hoffen können. Dafür hatte es eine Absichtserklärung des Ministeriums gegeben. Die sechs Millionen Euro standen auch im Haushalt, wurden aber vom Finanzministerium wieder gestrichen.

Sorgen bereiten den Theatern vor allem Tarifsteigerungen. Sie wurden zeitweise vom Land gar nicht und werden jetzt nicht vollständig übernommen, was zu erheblichen Einbrüchen bei der wirtschaftlichen Bilanz führte.

Von Hans-Martin Koch