Sonntag , 27. September 2020
Ein Güterzug bei der Durchfahrt am Bahnhof Lüneburg. (Foto: t&w)

Die Bahn stellt bei Güterzügen einfach auf Durchzug

Lüneburg. Am Lüneburger Bahnhof finden keine Lautsprecherdurchsagen mehr statt, die bislang Menschen am Bahnsteig vor durchfahrenden Zügen gewarnt haben. Und zwar aus Gründen des Lärmschutzes. Das teilte die Pressestelle der Deutschen Bahn auf Nachfrage der Landeszeitung mit.

Die Ansagen an Gleis 1 waren bereits im vergangenen Sommer aufgehoben worden. Nun ist auch Gleis 2 von der Neuregelung betroffen. Umso mehr müssen Bahnreisende künftig darauf achten, die weißen Markierungen an der Bahnsteigkante nicht zu betreten, falls unvermittelt beispielsweise ein ICE mit maximal 110 Kilometern pro Stunde über die Lüneburger Bahnhofsgleise rauscht.

Gegenüber der Landeszeitung teilt die Deutsche Bahn mit: „An ausgewählten Stationen wird nach eingehender Prüfung auf die Durchführung von Warnansagen verzichtet, sofern nach einer rechnerischen Risikobewertung für die Bahnsteigkanten – entsprechend eines Risikomodells – die Sicherungsmaßnahme ‚akustische Reisendenwarnung‘ nicht mehr erforderlich ist.“ Anlass für diese Maßnahmen seien Immissionsschutzvorgaben von der Bundesregierung und von der niedersächsischen Landesregierung.

„Insbesondere die Anwohner von Stationen sollen vor Lärmbelästigungen – die von Lautsprecheranlagen ausgehen – geschützt werden“, heißt es bei der Bahn weiter. Um die Reisenden für das Wegfallen der Warnansagen zu sensibilisieren, hatte es im Vorfeld beständige Hinweise gegeben – über Lautsprecheransagen. Derzeit weist immer noch eine Laufbandanzeige auf der digitalen Abfahrtsübersicht auf die Neuregelung hin.

Neben den Zügen im Personenfernverkehr, die teilweise ohne Halt Lüneburg passieren, fahren pro Tag zusätzlich bis zu 180 Güterzüge durch den Bahnhof der Salzstadt. dth