Sonntag , 27. September 2020
Die Umlaufsperre in Höhe der Unterführung der Bockelmannstraße bleibt, aber sie wird auseinandergezogen, so dass auch Lastenräder oder Räder mit Anhänger besser durchfahren können. (Foto: Michael Behns)

Lieber nur 22 000 Euro ausgeben…

Lüneburg. Die Umlaufsperre am Radweg Lösegraben, in Höhe der Brücke über die Bockelmannstraße, ist manchem Radler ein Dorn im Auge, weil sie barrierefreies Radeln ausbremst. Der Rat griff deshalb das Thema auf und beauftragte die Verwaltung, Alternativen zu erarbeiten. Die stellte nun im Verkehrsausschuss zwei Varianten vor. Die spalteten die Politik. SPD, FDP und AfD stimmten dafür, dass die Sperre bleibt, allerdings entzerrt wird. Es ist mit 22 000 Euro die kostengünstigere Variante. Für die große Lösung mit Kosten von 71 500 Euro sprachen sich Grüne und CDU aus.

Die Stadt hatte die Umlaufsperre eingebaut, nachdem es zu zwei schweren Unfällen gekommen war, weil jeweils ein Radfahrer die Rampe heruntergefahren war und mit einem Radler zusammenstieß, der aus Richtung Norden kommend den Radweg am Lösegraben befuhr. Nach dem Einbau der Sperre als „geschwindigkeitsreduzierende Maßnahme“ war es zu keinen Unfällen mehr gekommen. Allerdings erwies sie sich auch als Nadelöhr für Radler.

Fahrradverbände sind für die große Lösung

Verkehrsdezernent Markus Moßmann stellte im Ausschuss zwei Alternativen vor: Bei Variante 1 würde die Rampe nach Süden verlegt werden, eine Verringerung der Steigung wäre so möglich. Durch die Verlegung der Rampe wäre das Sichtfeld für den Begegnungsverkehr größer, so dass man auf die Umlaufsperre verzichten könne. Das widerspräche allerdings den Empfehlungen der Unfallkommission. Inklusive Abbau der alten Rampe, Erneuerung der Pflasterung unter der Brücke und Beleuchtung würde das 71 500 Euro kosten. Bei Variante 2 würde die Umlaufsperre auseinandergesetzt, so dass auch Lastenräder oder Räder mit Anhänger durchkämen. Inklusive Pflasterung und Beleuchtung würde das 22 000 Euro kosten. Die Verteter von ADFC und VCD hätten sich für die große Lösung ausgesprochen, so Moßmann.

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Sicherheit hat Vorfahrt, deshalb solle die Sperre in veränderter Form erhalten bleiben, damit Radler ausgebremst werden, meinte Heiko Meyer, der für die SPD im Ausschuss sitzt. Dr. Gerhard Scharf hielt es für wesentlich, dass man die Sperre früh sieht – also Verlegung der Rampe. Aus Sicht von Ulrich Mott, beratendes Mitglied des ADFC, ginge die Variante 1, aber die Verlegung der Rampe würde die Situation sicherer und komfortabler machen. Natürlich sei das eine Frage des Geldes, darüber müsse die Politik entscheiden.

Die günstigere Variante sei nur ein Zwischenstück, meinte Ulrich Löb (Grüne). Wenn man wolle, dass noch mehr Menschen aufs Rad umsteigen, müsse man für die Verlegung der Rampe stimmen. Die sei flacher, nehme Tempo raus und ermögliche den Abbau der Sperre. Die Kosten dafür seien im Verhältnis zu Maßnahmen an Straßen im Übrigen nur kleines Geld.

Maßnahmen sind noch in diesem Jahr geplant

Dirk Neumann (AfD) hielt dagegen: Die Kosten stünden in keinem Verhältnis, deshalb plädiere er für die günstige Variante. Oberbürgermeister Ulrich Mädge meinte, er gebe mit Blick auf den Haushalt ungern viel Geld aus. „aber wenn wir die Meinung der Verbände ernstnehmen und auf Komfort blicken, bin ich für die teure Variante, eine Lösung für die Zukunft.“ Eine Meinung, die seine SPD-Kollegen nicht teilten.

Das Auseinandersetzen der Sperre sowie die neue Pflasterung und Beleuchtung sollen zeitnah, möglichst noch in diesem Jahr, umgesetzt werden.

Von Antje Schäfer