Samstag , 26. September 2020
Eigentlich verboten: Viele Autofahrer nehmen die Abkürzung über die Bernsteinbrücke. (Foto: be)

Verkehrschaos in der Goseburg, und wie Sie ihm entkommen +++ Mit Karte

Lüneburg. Das ausgebrochene Verkehrschaos rund um die Autobahnanschluss-Stelle Lüneburg-Nord und die Abfahrt Adendorf ist nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen mag. Wegen Sanierungsarbeiten an der Landesstraße 216 / Hamburger Straße ist seit Montag nicht nur die direkte Verbindung zwischen Lüneburg und Bardowick gekappt. Auch das Gewerbegebiet Goseburg ist von Autobahn und Lüneburger Ostumgehung vorübergehend abgeschnitten. Die Umleitung ins Gewerbegebiet über die Bockelmannstraße verstopft zudem eine der Haupteinfallsstraßen in die Stadt Lüneburg. Damit wenigstens Lkw auf dem Weg ins Gewerbegebiet noch auf den zugeparkten Straßen rangieren können, werden dort seit Dienstag weitläufig Parkverbote verhängt.

Tausende stehen im Stau

Tausende standen am Montag in und rund um Lüneburg im Stau. Auch LZ-Leser Wilfried Riegel aus Brietlingen ärgerte sich: „Ich habe mit dem Auto von der Media-Markt-Kreuzung bis zur Lise-Meitner-Straße mehr als eine Stunde gebraucht.“ Die Strecke ist keine zwei Kilometer lang – und die Hauptverkehrszeit sollte da noch kommen. Auslöser des Verkehrsinfarktes sind die Bauarbeiten an der A39-Anschlussstelle Lüneburg-Nord. Wie berichtet, wird sie in zwei Bauabschnitten erneuert. Die Sperrungen sollen voraussichtlich bis einschließlich 25. März dauern. So lange kann allenfalls von Bardowicker Seite die Autobahn-Auffahrt in Fahrtrichtung Hamburg genutzt werden, beziehungsweise kann man von der B4 nach Bardowick abfahren. Der Weg von und nach Lüneburg ist gesperrt. Die Ampel indes blieb weiter geschaltet. Wer aus Bardowick auf die A39 wollte, hatte lange Rot, obwohl gar kein Gegenverkehr kommen konnte. Die Baustelle reicht bis in Höhe Wilhelm-Hänel-Weg, der Einmündung nach Ochtmissen.

Manche Autofahrer nutzten als Alternativ-Strecke zwischen Bardowick und Lüneburg die Route über Ochtmissen. Die führt über die Bernsteinbrücke, die offiziell nur für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben ist. Auf LZ-Nachfrage, ob die Stadt Lüneburg die Brücke zumindest in der Baustellenphase offiziell für den Autoverkehr freigeben könnte, sagte Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck: „Das können wir uns nicht vorstellen. Die umliegenden Straßen sind für den Verkehr nicht ausgelegt.“
Über Stunden kam gestern der Verkehr auf der Bockelmannstraße in Richtung Innenstadt zum Erliegen. Mehr als 50 Anrufe gingen deswegen bis zum Abend bei der Polizeiwache ein. Die Umleitungsbeschilderung sei teilweise irreführend, hieß es. Die Polizei will heute mit der Stadt das Gespräch suchen. Der Rückstau bis nach Adendorf auf der Umleitungsstrecke ins Lüneburger Gewerbegebiet wurde zusätzlich verstärkt, da wegen geparkter Autos insbesondere in der Goseburgstraße viele Lkw schlichtweg stecken blieben. Ab Höhe Baumarkt beim Ilmenau-Center bis McDonald‘s Bei der Pferdehütte sollen an den Straßen nun absolute Halteverbote eingerichtet werden, sagt Annette Padberg von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Für alle anderen Verkehrsteilnehmer hat Suzanne Moenck einen Ratschlag: „Wer nicht ins Gewerbegebiet Goseburg will, sollte das Nadelöhr Bockelmannstraße weiträumig umfahren.“

„Die Bernsteinbrücke freizugeben, können wir uns nicht vorstellen. Die umliegenden Straßen sind für den Verkehr nicht ausgelegt.“ – Suzanne Moenck, Stadtpressesprecherin

Wer glaubte, zum Feierabend in Richtung Bardowick aus der Stau-Zone endlich herauszufahren, wurde bitter enttäuscht. Im Zuge der Hamburger Landstraße zwischen Lüneburg und Bardowick lässt der Landkreis Lüneburg derzeit den Landwehrkreisel erneuern. Die Arbeiten sollen eine Woche dauern. Der Kreisverkehr ist dafür zu zwei Dritteln gesperrt, der Verkehr wird mit einer Baustellenampel geregelt. Die Zufahrten zum Bauzentrum Friede und der Bypass zum Schwarzen Weg bleiben geöffnet.
Indes sollen die Arbeiten im Bereich der A39-Anschlussstelle Lüneburg-Nord am Wochenende abgeschlossen sein. Allerdings für den ersten Bauabschnitt. Die Sanierungsarbeiten gehen sofort weiter. Für den zweiten Bauabschnitt ab Montag, 26. März, soll die Ostumgehung zwischen Lüneburg-Nord und Adendorf komplett gesperrt werden – voraussichtlich bis 4. April. Padberg sagt: „Und dann geht es weiter mit der Kompletterneuerung der Richtungsfahrbahn Hamburg zwischen Lüneburg-Nord und Handorf.“ Diese Arbeiten sollen bis September dauern (LZ berichtete).

Eine einzige gute Nachricht für Autofahrer: Die Arbeiten im Bereich der Anschlussstelle Handorf sind abgeschlossen, die dortige Sperrung wurde aufgehoben.

von Dennis Thomas

Ampelphase an Stausituation angepasst

Die Stadt reagierte am Dienstag auf das Montags-Chaos mit Änderungen an den Ampelschaltungen an der Lise-Meitner-Straße und der Bockelmannstraße. „Jetzt kommen mehr Autos in einer Ampelphase aus der Goseburg raus“, sagt Pressesprecherin Suzanne Moenck. Zwar habe man die Phasen auch schon vor den Sperrungen angepasst, „aber das reichte leider nicht“. Damit Autofahrer künftig gar nicht erst unbeabsichtigt weit in die Goseburg hineinfahren, soll auch bei der Beschilderung nachgebessert werden, dann soll bereits in Höhe Moldenweg auf die „Sackgasse Goseburg“ hingewiesen werden.

„Uns ist bewusst, dass dies eine schwierige Situation ist“, versichert derweil Annette Padberg von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Ihr Team sei aber mit der Stadt und der Polizei „ständig im Gespräch, dennoch lassen sich Staus nicht gänzlich vermeiden“.

Umleitungsempfehlungen

Die Landesstraßenbaubehörde gibt Routenempfehlungen, um den größten Staus aus dem Weg zu gehen, denn die Hamburger Straße ist zwischen Autobahnanschluss und Wilhelm-Hänel-Weg komplett gesperrt.

  • Aus Bardowick durch Neu Wittorf auf die B404 und von dort in Handorf auf die A39 an der Anschlussstelle Adendorf abfahren, von dort geht es über Bockelmannstraße und Lise-Meitner-Straße weiter ins Industriegebiet Goseburg.
  • Wer aus Lüneburg nach Bardowick fahren will, kann über die Ostumgehung an der Ausfahrt Lüneburg-Nord abfahren.

(Bitte klicken Sie für eine Großansicht bzw. den Download der Karte auf das Bild)

Karte: Landesbehörde für Straßenbau

 

Galerie: Autofahrer-Albträume

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Von Dennis Thomas

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