Donnerstag , 1. Oktober 2020
Die Grünen erheben Vorwürfe zur Planung für die Arena Lüneburger Land. Die Kreisverwaltung weist die deutlich zurück. (Foto: A/t&w)

Die geforderte Hilfe von Außen hat der Landkreis längst

Lüneburg. Kommt die Arena Lüneburger Land? Und wenn ja in welcher Form und mit welchem Betreiber? Nur einige Fragen, die seit vergangener Woche, als der Landkre is die Ausschreibungen für den Bau der Veranstaltungshalle vorerst gestoppt hatte, noch offener sind. Landrat Manfred Nahrstedt hatte am Montag den Kreisausschuss und die Presse informiert. Uneinig ist sich der Kreis mit dem Veranstalter FKP Scorpio über die Rahmenbedingungen des Betreibervertrags.

Zu Wort gemeldet hat sich jetzt der Grünen-Kreisverband, der mit der Planung unzufrieden ist. Kreistagsmitglied Michael Gaus sagt: „Das Verfahren stockt. Den Kreisoberen ist das wohl so unangenehm, dass sie den Kreisausschuss nicht mehr vollständig informieren. Deshalb schwindet unser Vertrauen in die Verwaltung. Jetzt zeigt sich, dass die Kreisspitze sich über Monate hinweg zu sehr auf einen Bieter verlassen hat. Der blendete zunächst mit hohen Mieteinnahmen. Nun, da er sich sicher wähnt und den Wettkampfsport nicht verdrängen darf, fordert er stattdessen Geld.“
Tanja Bauschke meint: „Wir fordern, dass der Kreis sich jetzt Hilfe sucht und diese auch annimmt. Das bisher übliche Vorgehen, mit ganz wenig Personal große Projekte meistern zu wollen, stößt an Grenzen.“ Die Kreistags-Fraktionsvorsitzende Petra Kruse-Runge sagt: „Es fehlen bei der Arena die externe Projektsteuerung und Vergabefachleute, die jetzt zusammen schnelle Ergebnisse erzielen.“

Externe Experten sind bereits involviert

Der Ansatz des Landkreises, das Projekt selbst zu bauen, „für den Betrieb des schnelllebigen Veranstaltungsgewerbes aber einen Fachbetrieb zu gewinnen“, sei richtig. Aber es brauche deutlich mehr Teamarbeit, um die Stimmung nicht vollends kippen zu lassen. Bei den Grünen in der Stadt sei die Begeisterung für die Arena ohnehin geringer.

Auf die Kompetenz im eigenen Haus und die Tatsache, dass sehr wohl schon externe Fachleute mit den Planungen für die Arena befasst sind, weist Kreispressesprecherin Katrin Holzmann hin: „Der Landkreis Lüneburg vergibt in jedem Jahr sehr viele Aufträge im Umfang von vielen Millionen Euro. Er verfügt über eigene Kenntnisse im Vergaberecht. Organisatorisch hat er eine eigene Submissionsstelle. Jede Vergabe wird vom Rechnungsprüfungsamt geprüft, wo im Vergaberecht speziell ausgebildete Fachkräfte eingesetzt sind. In Ausnahmefällen werden Fachanwälte eingesetzt. So wurde im Fall der Arena das Büro Deloitte bei einer besonderen Fragestellung beauftragt.“ Eine weitere Angelegenheit sei an eine Fachkanzlei in Hamburg herangetragen worden.
Holzmann weiter: „Eine externe Unterstützung in der Projektsteuerung findet statt durch Jörg Junker, der bereits am Bau der Barclaycard-Arena beteiligt war, Henning Müller-Rost von der Lüwobau und Carsten Rennecke von der Firma Bevenue, der sich in jeglicher Beziehung mit Sport- und Veranstaltungshallen auskennt. Bevenue wurde vom Europäischen Verband der Veranstaltungs-Centren in Frankfurt empfohlen. Als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ist Ernst Hildebrandt von Dierkes & Partner beratend tätig.“

Stadt will Zahlen des Kreises abwarten

Die Arena war auch Thema einer Anfrage der Stadt-Grünen in der jüngsten Ratssitzung. Ulrich Löb wollte von Oberbürgermeister Ulrich Mädge wissen, ob durch die aktuellen Veränderungen der Ratsbeschluss noch gedeckt sei. Noch habe er keine neue Zahlen des Landkreises erhalten, sagte Mädge, „wir müssen sehen, was der Landkreis rübergibt“. pet