Donnerstag , 22. Oktober 2020
Sorgten bei der großen Abschiedssause für Stimmung: Die Animateure Marius Ravenschlag, Dominik Neubert und Lukas Klöpping sowie SaLü-Geschäftsführer Dirk Günther (2.v.r.). (Foto: t&w)

Abschied von der alten Badewelt

Lüneburg. Vom Tresen bis zum Eingang zog sich die Schlange der Wartenden: Sie alle wollten am Sonntag noch ein letztes Mal die Badewelt des SaLü besuchen. Denn ab Montag, den 15. Januar ist der Kernbereich des Lüneburger Solebads für mindestens zwei Jahre geschlossen. Darunter fallen Wellenbad und Außenbecken, die Rutschen und die Kinderbadewelt.

Große Abschiedsparty im SaLü

„Ich finde das sehr, sehr, sehr schade“, sagt Natalia Schwartauer. Mit ihrer elfjährigen Tochter Nancy hat sie fast jede Woche die Badewelt besucht. Darauf zu verzichten, werde den beiden schwerfallen. Allerdings sind sie auch gespannt, wie das Ergebnis der Umbauarbeiten aussehen wird.

Am Sonntagnachmittag gaben Animateure und Bademeister noch einmal alles, um der 45 Jahre alten Badewelt einen würdigen Abschied zu bereiten. Vier Stunden kostenfrei Baden war an diesem besonderen Sonntag angesagt. Chartmusik dröhnte aus den Lautsprechern, zusätzlich zu den stündlichen Wellenschüben hatte sich das Team des „Zephyrus Disco- und Animationsteams“ um Dominik Neubert bewegungsreiche Spielaktionen ausgedacht. Das brachte bei den meisten der Badegäste die Stimmung zum Kochen – anderen, vor allem kleineren Kindern, war die laute Musik und der ganze Trubel etwas zu viel. Die verkrochen sich lieber in die ruhigeren Teile des Thermalbads.

Eng getaktete Bauzeit

Für eingefleischte SaLü-Fans werden die kommenden zwei Jahre entbehrungsreich, doch Geschäftsführer Dirk Günther kann etwas Trost spenden: „Das Sportbad, die Kursbecken, Sole-Bewegungsbecken, Saunawelt, Kleine Sauna, Reha-Zentrum und „sports&friends“ bleiben zu den üblichen Zeiten geöffnet.“ Damit könne auch gewährleistet werden, den Großteil der Angestellten weiterhin dort beschäftigen zu können. „Nach Gesprächen konnten wir 95 Prozent aller Mitarbeiter dafür gewinnen, zu bleiben, allerdings werden sie neben ihren Tätigkeiten in den geöffneten Bereichen auch andere Arbeiten übernehmen,“ sagte Günther der LZ im November. Zu dem Zeitpunkt beliefen sich die Plankosten auf 19,5 Millionen Euro, wovon etwa 6,5 Millionen Euro allein in neue Technik investiert werden sollten. Zu den Zahlen wollte sich Günther am Sonntag nicht äußern, da die Sondierungsgespräche noch laufen.

Die zweijährige Bauzeit ist nach seinen Worten „extrem eng getaktet“: „Es gibt nicht einen Tag, an dem hier nichts getan wird.“ Ob sich die zwei Jahre einhalten ließen, hänge auch vom Wetter ab. „Besonders spannend wird der Winter 2018/19, denn dann finden die Betonierarbeiten hier statt.“ Deswegen hofft er auf einen besonders milden Winter.

Viele fragen sich jetzt: Wo in der Region können sie in einem Thermalbad oder einem Erlebnisbad mit Saunalandschaft entspannen? Die LZ hat eine Karte zusammengestellt:

Von Robin Williamson

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