Lüneburger Arbeitsmarkt in guter Verfassung

Lüneburg. Die Arbeitslosenzahlen sind gesunken, die Nachfrage nach Arbeitskräften ist nach wie vor hoch. Für Bernd Passier, Chef der Agentur für Arbeit Lüneburg -Uelzen, ist diese Entwicklung Beleg dafür, „dass der Arbeitsmarkt in unserer Region in einer guten Verfassung und weiterhin aufnahmefähig ist“. Die Zahl der Arbeitslosen in Stadt und Landkreis hatte sich bis Monatsende um 123 auf 5412 Frauen und Männer verringert, das waren 289 Arbeitslose weniger als im April 2016. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbs­personen betrug laut neuem Arbeitsmarktbericht 5,7 Prozent, im März waren es 5,8 Prozent und im April vor einem Jahr 6,0 Prozent.

Appell an die Unternehmen

Passier sieht aber auch einen Negativ-Aspekt: „Trotz dieser positiven Entwicklung konnten arbeitslose Menschen mit Behinderungen nicht immer in gleichem Umfang von der guten Entwicklung der vergangenen Monate profitieren.“ In Stadt und Kreis waren im April 225 Schwerbehinderte registriert, nur 37 weniger gegenüber dem Vorjahr. Der Agenturchef appelliert an die Unternehmen, das Potenzial dieser überwiegend gut ausgebildeten Arbeitsuchenden zur eigenen Fachkräftesicherung zu nutzen: „Rückmeldungen aus Betrieben zeigen, dass Mitarbeiter mit Behinderungen loyal und motiviert sind.“

Die Arbeitsagenturen setzen auf speziell geschulte Beratungsfachkräfte: „Unsere Spezialisten beraten Arbeitslose und auch Unternehmen gezielt auf die Bedürfnisse dieser Personengruppe hin.“ Unternehmen können dabei nicht nur Lohnkostenzuschüsse bei einer Einstellung erhalten, sondern auch finanzielle Unterstützung, wenn Anpassungen am Arbeitsplatz notwendig werden. Unternehmen, die sich über potenzielle Bewerber oder Fördermöglichkeiten informieren möchten, können sich an den gemeinsamen Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Nummer (0800) 4555520 wenden.

Mehr Jobs als im Vorjahr

Insgesamt meldeten sich im April 1345 Frauen und Männer neu oder erneut arbeitslos, etwa so viele wie vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1465 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+20). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 5768 Arbeitslosmeldungen, die Veränderung zum Vorjahreszeitraum ist nur gering (+10). Demgegenüber stehen 5697 Abmeldungen von Arbeitslosen (+371).
Der Bestand an Arbeitsstellen ist im April um 21 auf 1478 Stellen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 16 Stellen mehr. Arbeitgeber meldeten im April 474 neue Jobs, 78 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen insgesamt 1731 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 174 Jobs.

Die Zahl der Flüchtlinge, die sich in Stadt und Kreis Lüneburg um Arbeit oder Ausbildung bemühen, stieg im April gegenüber dem März leicht um drei auf 520.

Arbeitsmarktreport

von Rainer Schubert

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Zur Unterbeschäftigung zählen Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder Gründungszuschüssen gefördert werden.

Die Unterbeschäftigung lag in Stadt und Landkreis Lüneburg im April bei 7621 und verringerte sich gegenüber März um 187 Personen (2,4 Prozent).

Verglichen mit April 2016 nahm sie um 179 Personen (2,4 Prozent) zu.