Freitag , 18. September 2020
Das Gewächshaus zerspringt förmlich: Die Senkungen haben die Scheiben bersten lassen. Die Entwicklungen rund um den Ochtmisser Kirchsteig sind dramatisch. Foto: be

Senkungen am Ochtmisser Kirchsteig nehmen zu

ca Lüneburg. Kommt eine Höhenbegrenzung oder können Bauarbeiter die Fahrbahn verengen? Varianten, über die im Rathaus nachgedacht wird, um Verkehr vom Ochtmisser Kirchsteig zu drängen. Es geht um das Stück, an dem die Häuser schief stehen, also den Bereich zwischen Herderschule und Kreisel bei Mönchsgarten. Bekanntlich senkt sich dort seit Jahren die Erde. Am Montag, 27. Juni, wollen Oberbürgermeister Ulrich Mädge und seine Mitarbeiter Anwohnern von 19 Uhr an in der Herderschule mögliche Lösungen vorstellen.

Wie berichtet, hatte es kürzlich einen Erdfall auf einem Grundstück gegeben, ein drei Meter tiefer Spalt klaffte im Boden. Der wurde wieder verfüllt. In diesem Zusammenhang hatte die Stadt berichtet, dass die Senkungsgeschwindigkeit wieder zugenommen habe, im Zentrum werden für dieses Jahr 25 Zentimeter prognostiziert. Zum Vergleich: 2015 lag der Wert bei der Hälfte.

Auswirkungen sind nicht nur an der Straße zu beobachten, sondern auch auf dem benachbarten Michaelis-Friedhof. So platzten die Scheiben des Gewächshauses, das in Richtung Lauensteinstraße steht. „Ursache waren die Senkungen“, bestätigt Stadtbaurätin Heike Gundermann. Schon vor dem Erdfall sei man mit dem Eigentümer im Gespräch gewesen, das Glashaus abzubauen. Aufgrund der gestiegenen Geschwindigkeit der Senkungen solle es schneller gehen.
Gärtner Clemens Lüberstedt gerät in Bedrängnis: „Ich hatte mit der Stadt vereinbart, das Gewächshaus bis Ende des Jahres abzubauen. Nun soll ich das in acht Wochen machen. Das schaffe ich nicht.“ Er habe Hochsaison, sein Personal sei verplant. Das Glashaus stehe zurückgesetzt, er könne es mit einem Bauzaun abschirmen keine Gefahr für Passanten.
Die Stadtbaurätin berichtet, dass es im Bereich des Friedhofs zu weiteren Absackungen gekommen sei, an städtischen Gebäuden wie dem sogenannten Pastorenhaus habe man Gipsmarken angebracht, zudem zusätzliche Messpunkte gesetzt, um die Entwicklung genau im Blick zu haben.
Nachbarn vermuten, dass vorbeifahrende Laster und Autos für Erschütterungen sorgen, die ihre Häuser zusätzlich schädigen. Viele würden sich weder an Tempo 20 noch an die Gewichtsbegrenzung von 3,5 Tonnen halten. Das bestätigen Kontrollen der Polizei die Stadt will handeln.
Bei der Anwohnerversammlung am Montag nimmt Geologe Thorsten Trapp Stellung. Er beobachtet die Senkungen am Ochtmisser Kirchsteig seit Jahren für die Stadt und wertet die Messergebnisse aus. Bauverwaltung, Ordnungsamt und Polizei stehen ebenfalls als Ansprechpartner bereit.