Sonntag , 25. Oktober 2020
Brigitte Freihart ist sauer auf ihre Zusteller. Einer der Postboten knickte diesen Briefumschlag, damit er in den Briefkasten passt: ,,Der Inhalt ist jetzt kaputt. Foto: be

Die geknickte Postsendung

rast Lüneburg. Brigitte Freihart mag Briefmarken, die Post aber mag sie nicht. Der Grund: Ein Zusteller hat ihr jetzt einen Briefumschlag im DIN A4-Format geknickt in den Briefkasten gesteckt. In ihm befand sich ein Bogen mit Briefmarken, verstärkt mit einer Pappe. ,,Der Bogen ist kaputt, nichts mehr wert, den kann ich wegschmeißen“, klagt Brigitte Freihart. Kein Einzelfall, wie sie sagt.

Die Frau mit dem Faible für Briefmarken wohnt in einem Mehrfamilienhaus in der Goseburg. Am Hauseingang befinden sich sieben Briefkästen untereinander das alte Standardformat, bei dem größere Sendungen nicht reinpassen. ,,Beispielsweise meine Geo-Zeitschrift, die guckt dann immer raus“, sagt sie in der Befürchtung, die Zeitschrift wie auch andere größere Sendungen könnten geklaut werden. ,,Ich war schon bei der Post an der Sülztorstraße und habe darum gebeten, dass sich die Zusteller bei meinem Nachbarn melden, die Post da abgeben.“ Briefe und andere Sendungen seien aber weiter geknickt ,,in den Briefkasten gequetscht“ worden. Auch habe sie einen der Zusteller direkt angesprochen, er solle doch bei ihr klingeln oder die Post beim Nachbarn abgeben: „Der sagte nur, er werde es weiter so machen.“ Wahrscheinlich seien ihm die Alternativen zu zeitaufwändig.

Bei dem aktuellen Fall mit dem Briefmarken-Bogen platzte ihr der Kragen: ,,Ich will den Schaden ersetzt haben.“ Der sei mit 3,95 Euro zwar nicht groß, aber die Marken hätten für sie einen großen ideellen Wert. Sie rief bei der Post-Zentrale in Bonn an. Da habe es zunächst geheißen, der Schaden würde in Form von normalen Briefmarken ersetzt: ,,Aber das bringt mir nichts.“ Erst nach längerem Hin und Her habe die Dame von der Post zugesagt, dass das Geld überwiesen werde. Brigitte Freihart allerdings befürchtet, dass es zu weiteren Fällen kommen wird.

Jens-Uwe Hogardt ist Pressesprecher der Deutschen Post, er sagt zu dem Fall: ,,Der Postbote hat es sicherlich nur gut gemeint“, habe gewollt, dass die Adressatin ihre Post schnell bekommt. Hogardt hat allerdings inzwischen die Lüneburger Postkollegen gebeten, sich die Situation vor Ort mal genauer anzuschauen vielleicht klingelt der Zusteller demnächst doch.