Freitag , 25. September 2020
Die Halle A im Sportpark Kreideberg wurde auch schon für Fun-Sportarten genutzt wie hier im März 2013 beim ,,Bürostuhl Grand Prix. Die Halle ist nach Ansicht von MTV-Präsident Hartmut Deja ideal für die Volleyball-Bundesliga und internationale Sportveranstaltungen. Foto: A/t&w

Stadt soll MTV-Halle kaufen

rast Lüneburg. „Der Landrat wird beauftragt, mit den vorbereitenden Planungen für eine neue wettkampfgerechte Sporthalle zu beginnen.“ So heißt es in einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen, über den der Kreistag in seiner Sitzung am Montag entscheidet. Zusammen mit der Stadt Lüneburg sei zu prüfen, ob und wie eine Realisierung im Bereich der Berufsbildenden Schulen Am Schwalbenberg möglich sei. Für die Planungskosten sollen 120000 Euro in den Etat 2015 eingestellt werden. Geld, das man sich sparen könnte davon ist Hartmut Deja überzeugt: „Es würde Sinn ergeben, das zu nutzen, was schon da ist“, sagt der Präsident des MTV Treubund. Der Verein will der Stadt die Halle A im Sportpark am Kreideberg zum Kauf anbieten.

Deja ist Sprecher des Lüneburger Sportbeirats: ,,In der jüngsten Sitzung hat Oberbürgermeister Ulrich Mädge geäußert, dass Stadt und Kreis beabsichtigen, eine neue Halle zu bauen.“ Hintergrund: In der Region reicht die Sporthallenkapazität nicht aus, insbesondere für den Schulsport. Darüber hinaus fehlt eine Sporthalle, die genügend Zuschauerplätze und eine hinreichende Höhe für den Wettkampfsport bietet. Spielen sollen in der Halle auch die SVG-Volleyballer, die in die Bundesliga aufgestiegen sind. Sie baggern und pritschen derzeit in der Gellersenhalle in Reppenstedt, doch nur mit einer Ausnahmegenehmigung eben weil zu wenig Zuschauerplätze vorhanden sind und die Hallenhöhe zu niedrig ist.

,,Bevor Geld verschwendet wird für Analysen und Gutachten, sollte zumindest mit den Fachverbänden, dem Kreissportbund und dem Sportbeirat geredet werden“, sagt Deja. Der Sportpark zwischen Lüneburg und Vögelsen biete sich als Alternative an: ,,Wir haben ja schon mehrere Länderspiele im Handball und im Basketball, wenn auch nur im Jugendbereich, ausgerichtet.“ Die Halle A sei die einzig TÜV-geprüfte Halle für derartige Veranstaltungen. Sie sei gut erreichbar, genügend Parkplätze seien da.

Der MTV Treubund hatte den damaligen Tennispark 2006 von Hans-Jürgen Pfohe gekauft, weil der Verein in puncto Hallenkapazitäten für seine mehr als 6000 Mitglieder an die Grenzen gestoßen war. Das Areal umfasste drei Hallen. Halle A wurde laut Deja ,,kontinuierlich“ zu einer Mehrzweckhalle ausgebaut, sie bietet 700 Zuschauern Platz, das könne aber erweitert werden. Die Halle kostet den MTV laut Deja rund 100000 Euro im Jahr: ,,Zuschüsse kriegen wir keine, obwohl wir der Stadt die Halle seit fünf Jahren zur Verfügung stellen, die Stadt uns also in ihre Hallenkapazitäten aufgenommen hat.“ Dabei hätten Stadt und Kreis dem Verein bei Übernahme der Halle ihre Unterstützung zugesagt.

„Wir versuchen, die Kosten mit Veranstaltungen wie Flohmärkten wieder einzuspielen“, sagt der Präsident: ,,Rock- und Popkonzerte gehen dort nicht wegen der möglichen Lärmbelästigung.“ Wie berichtet, gab es Anwohnerbeschwerden bei Veranstaltungen. Dort gab es beispielsweise schon Shows wie „Magic of the Dance“, Messen wie „Schöner Bauen & Wohnen“ oder Events wie den „Bürostuhl Grand Prix“ des Radiosenders N-Joy. Unterm Strich gehe die Halle aber finanziell ,,zu Lasten des Gesamt­etats das können wir aber gerade noch rechtfertigen“. So sieht MTV-Präsident Hartmut Deja im Verkauf der Halle Vorteile für den Verein, die Stadt und den Landkreis.