Samstag , 31. Oktober 2020
Eine Ballonfahrt über Lüneburg mit Blick auf die Michaeliskirche und andere Sehenswürdigkeiten, diesen Wunsch hegen Astrid Fröhling und Monika Brunswig. Doch die Realisierung gestaltet sich schwierig. Foto: be

Mal richtig in die Luft gehen

us Lüneburg. Einmal über Lüneburg hinweggleiten, vertraute Orte von oben betrachten und das eigene Zuhause am Kreideberg und Zeltberg entdecken so hatten sich Astrid Fröhling und Monika Brunswig ihre Fahrt im Heißluftballon vorgestellt. Astrid Fröhling kaufte bei der Firma Hanseballon einen Gutschein für eine Ballonfahrt über Lüneburg. Das war im Jahr 2008, ein Jahr später schloss sich ihre Freundin Monika an. Doch statt den Blick über die Hansestadt schweifen lassen zu können, schauen beide bis heute in die Röhre.

„Wir haben schon so viele Anläufe versucht, aber es passiert einfach nichts“, sagt Astrid Fröhling. Wie ihre Freundin hat sie 195 Euro an das Unternehmen gezahlt, dafür bekamen sie je einen Gutschein für eine Ballonfahrt mit Start in Lüneburg. Damit sie in die Luft gehen konnten, waren beide verpflichtet, beim Unternehmen selbstständig nach geeigneten Terminen nachzufragen. „Das haben wir getan“, sagt Astrid Fröhling. In den ersten Jahren habe die 38-Jährige dort häufiger angerufen, mehrfach seien Fahrten vereinbart worden, die dann aber wegen schlechten Wetters vom Veranstalter kurzfristig per SMS wieder abgesagt worden seien.

Nachdem weitere Versuche, einen Termin zu bekommen, unbeantwortet blieben „wir haben nur noch auf den Anrufbeantworter sprechen können, es gab keine Rückmeldung mehr“ , versuchten die Lüneburgerinnen ihr Glück per Online-Buchung. „Damit wir endlich mal eine Fahrt bekommen, hätten wir auch Termine unter der Woche angenommen, obwohl wir beide berufstätig sind“, erzählt Fröhling. Doch auch diese Versuche waren erfolglos.

„Ich kann die Enttäuschung gut verstehen“, sagt Stefanie Rehbein von der HHP Ballonfahrt Vertriebs GmbH in Handeloh gegenüber der LZ. „Es braucht ungefähr vier bis acht Termine, um mit uns in die Luft gehen zu können, wir machen schließlich keine Barkassen-Rundfahrten. In diesem Fall sind es innerhalb von sechs Jahren nur acht Termine gewesen, das ist nicht viel“, findet sie. In Lüneburg werde weiterhin gestartet, allerdings würden nicht alle Termine im Internet stehen. „Am besten ist es, uns anzurufen.“ Dass man dabei zu den durchschnittlich 70 Anrufern gehört, die auf dem Anrufbeantworter der Firma landen, ist ihr bekannt. „Wir versuchen, diese Anrufer dann abends zu erreichen.“

Richtig verschaukelt fühlten sich beide im vergangenen Jahr. Für den Abend des 13. Juli hatten sie endlich eine Zusage bekommen, doch auch diese wurde wenige Stunden vor Abfahrt per SMS wieder zurückgezogen. „Es wurde mit schlechtem Wetter begründet, doch wir hatten strahlenden Sonnenschein, viel Wind war auch nicht.“ Statt des Abendfluges sollten sie dafür am darauffolgenden Tag, einem Sonntag, gleich um 8 Uhr starten. „Wir nahmen den Termin an, erhielten aber keine Nachricht, wo wir uns treffen wollten.“ Dennoch bereiteten sie sich am nächsten Morgen auf die Ballonfahrt vor, doch wieder passierte nichts, auch die Firma war nicht zu erreichen. „Wir riefen am Montag dort an, aber man war sich keiner Schuld bewusst. Nicht mal eine Entschuldigung gab es.“

Wieder bemühten sie sich um einen neuen Termin inzwischen war es Mai 2014 , auch ihre E-Mail-Anfrage bleib unbeantwortet. Inzwischen tendiert bei beiden das Interesse an einer Fahrt mit dem Ballon gegen Null, auch, weil mittlerweile keine Fahrten mehr von Lüneburg angeboten würden. „Im Internet kann man nur noch die Startpunkte Hamburg oder Schwerin wählen. Doch was sollen wir da? Wir wollten uns Lüneburg anschauen“, sagt As­trid Fröhling.

Die Ballonfahrt-Aspirantinnen möchten nun am liebsten ihr Geld zurück. Doch das dürfte ein neues Problem aufwerfen, denn Gutscheine nimmt die Firma nicht zurück. „Das sehen unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht vor“, erklärt Stefanie Rehbein. Sie hat die beiden Lüneburgerinnen dafür jetzt auf „VIP-Status“ gesetzt und hofft, dass beide doch noch einer Fahrt in diesem Jahr zustimmen. Sofern das Wetter mitspielt.