Mittwoch , 28. Oktober 2020
Hafen GmbH wird umstrukturiert Auch Ansiedlung von weiteren Unternehmen soll Umschlag ankurbeln. Foto: t&w

Zu wenig Schiffe an der Mole

as Lüneburg. Bei der Einweihung des einst 37 Millionen Mark teuren Lüneburger Hafens im Industriegebiet im Jahr 1975 sprachen Optimisten wie der damalige niedersächsische Wirtschaftsminister Erich Küpker noch von einer Million Tonnen Umschlag pro Jahr. Doch damit wollte es über die Jahre nicht so recht klappen, die Prognosen waren deutlich zu hoch gegriffen. Der Hafen dümpelt bis heute eher vor sich hin. Zuletzt hieß es im Wirtschaftsausschuss des Kreistages, der Umschlag belaufe sich auf 200000 Tonnen pro Jahr. Das soll sich nun ändern. Der Rat der Stadt hat bereits beschlossen, dass die Hafen GmbH umstrukturiert und dadurch auch der Umschlag angekurbelt werden soll.

Bisherige Anteilseigner an der Gesellschaft sind die Stadt Lüneburg, die Unikai, die Raiffeisen-Lagerhaus Lüneburg, die Deutag GmbH & Co. KG sowie kleinere Anteilseigner. Da zwei Gesellschafter, die Deutag sowie Holger Fietz, ihre Bereitschaft signalisiert haben, ihre Anteile zu verkaufen, soll der Landkreis nun Mitgesellschafter werden. Der Kreistag hat dem jetzt zugestimmt (LZ berichtete).

Im Rahmen der Umstrukturierung der Hafen GmbH soll das Umschlagsgeschäft künftig von der Gesellschaft selbst betrieben werden, bisher war dafür die Unikai zuständig, verdeutlicht Rainer Müller, Geschäftsführer der Hafen GmbH. „Hafen aus einer Hand“ heißt die Devise, Verwaltung, Betreiben des Hafens sowie das Organisieren des Umschlags sollen künftig von der Gesellschaft übernommen werden.

Noch in diesem Jahr wird die neue Form greifen, der Betriebsleiter der Unikai werde dann von der Hafen GmbH übernommen, erläuterte Müller im Wirtschaftsausschuss der Stadt. Die Personalkosten steigen dadurch laut Wirtschaftsplan 2014 von derzeit rund 15000 Euro auf dann etwa 62000 Euro. Unter dem Strich wird dennoch für das laufende Jahr ein Überschuss von rund 20000 Euro erwartet.

Dabei habe man derzeit gar nicht das Plus zuvorderst im Blick, „sondern wir wollen die wichtige Grundstruktur der Trimodalität erhalten und ausbauen“, sagt Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Für Unternehmen, die sich für eine Ansiedlung im Industriegebiet Hafen entscheiden, sei die Anbindung über Straße, Schiene und Schiffsweg wichtig. Die Hafenbahn soll bekanntlich saniert werden, und es gibt auch Überlegungen, einen weiteren mobilen Bagger am Hafenkai zu installieren.

Müller machte im Ausschuss auch deutlich: „Wenn wir den Umschlag steigern wollen, brauchen wir Unternehmen, die sich erweitern wollen, beziehungsweise Unternehmen, die sich ansiedeln wollen.“ Die Raiffeisen zum Beispiel plane für das Jahr 2015 den Bau einer neuen Lagerhalle für Düngemittel. Für direkte Ansiedlungen im Umfeld des Hafenbeckens gebe es aber nur noch wenige Restflächen.

Allerdings plant die Stadt bekanntlich, Teilflächen der Theodor-Körner-Kaserne zu erwerben und mittelfristig Bilmer Berg II zu entwickeln.