Samstag , 31. Oktober 2020
Auf der Fläche im Kreuzungsbereich Lübecker Straße/Horst-Nickel-Straße soll der Lebensmittelmarkt fürs Hanseviertel entstehen. Foto: be

Einkaufen im Hanseviertel

as Lüneburg. Das Neubaugebiet Hanseviertel wächst. Insgesamt sollen dort rund 700 Wohneinheiten für 1500 Einwohner geschaffen werden, außerdem werden auf dem Areal künftig mehrere hundert Arbeitsplätze angesiedelt sein. Um das Quartier als Wohn- und Arbeitsviertel attraktiv zu gestalten, muss aber auch die Nahversorgung gesichert sein. Im Zentrum des Viertels soll deshalb neben kleinen Einzelhandelsgeschäften wie Bäcker, Fleischer, Apotheke und Blumenladen auch ein Lebensmittelmarkt an der Kreuzung Lübecker Straße/Horst-Nickel-Straße angesiedelt werden. Eine geplante Größe von maximal 1800 Quadratmetern sei verträglich für die bestehenden Nahversorgungsstrukturen im östlichen Lüneburger Stadtgebiet, heißt es in einem Gutachten der CIMA Beratungs + Management GmbH.

Die Stadt hatte das Gutachten in Auftrag gegeben als Fortschreibung des Einzelhandelsentwicklungs- und Zen­trenkonzepts, das bei der Aufstellung von Bebauungsplänen als Leitfaden für die Einzelhandelsentwicklung der Stadt gilt. Das CIMA-Gutachten nimmt nun im Zusammenhang mit dem Hanseviertel das östliche Stadtgebiet in den Fokus und zeigt auf, welche möglichen Umstruktierungen des Nahversorgungseinzelhandels erfolgen könnten. Vorgestellt und diskutiert wird es am Montag, 21. Juli, bei der Sitzung des Bauausschusses, der von 15Uhr an im Traubensaal des Rathauses tagt.

Nicht unweit des künftigen Nahversorgungszentrums Hanseviertel befinden sich an der Bleckeder Landstraße der Discounter Aldi sowie der Drogeriemarkt Rossmann. Eine Erweiterung der beiden Märkte an diesem Standort ist nicht möglich, Parkplatzsituation sowie die Verkehrsführung sind aus Kundensicht zudem wenig attraktiv, heißt es im Gutachten. Aus diesem Grund wird derzeit diskutiert, die Märkte auf dem nahegelegenen Lucia-Gelände anzusiedeln. Die auf dem östlichen Teil des Areals befindliche Werkshalle ist bislang ungenutzt und könnte abgerissen werden. Entstehen könnte dort der Neubau für den Aldi-Markt mit 1200 Quadratmetern Fläche (bisher 700 Quadratmeter am Standort Bleckeder Landstraße) sowie ein Gebäude für den Rossmann-Markt mit 700 Quadratmetern Fläche.

Für die Ansiedlung auf dem Lucia-Gelände spricht aus Sicht der CIMA, dass Kunden aus den angrenzenden Wohngebieten die Märkte zu Fuß erreichen können, diese aber auch per Auto gut anzusteuern sind. Neben dem Umzugswunsch der beiden Märkte steht außerdem schon fest, dass die Sparkassen-Filiale von der Bleckeder Landstraße ins Hanseviertel an die Tartuer Straße verlagert wird. An der Bleckeder Landstraße würden damit unter anderem nur noch der Blumenladen, Bäcker und ein Getränkemarkt angesiedelt sein. Im Gutachten heißt es dazu: Es wäre positiv zu bewerten, „wenn auch die restlichen Einzelhandelsbetriebe ins neue Nahversorgungszentrum Hanseviertel umziehen“.

Außerdem wird empfohlen, dass die Planungen für die Nachnutzung des Geländes an der Bleckeder Landstraße weiter verfolgt werden sollten, wenn Aldi und Rossmann abwandern. Die Flächen könnten dann für Wohnbebauung und zur Erweiterung des Betriebsgeländes von Roy Robson genutzt werden. Das Textilunternehmen habe bereits Bedarf angemeldet, so die CIMA. Der Neubau von Wohnungen an dieser Stelle habe den positiven Effekt, dass es „zusätzliche Kaufkraftpotenziale für das Nahversorgungszentrum Hanseviertel sowie für den Standort Lucia-Gelände“ gebe.

Als dritten Entwicklungsschwerpunkt sieht das Gutachten das Einkaufszentrum Kaltenmoor. Die aus den 60er-Jahren stammende St.-Stephanus-Passage soll saniert werden. In dem Zusammenhang soll auch der Lebensmitteldiscounter Penny erweitert und modernisiert werden. Zudem ist geplant, einen „zeitgemäßen Drogeriemarkt“ anzusiedeln, was positive Effekte für kleine, benachbarte Läden haben werde, meinen die Gutachter.