Sonntag , 20. September 2020
Die Wandrahmbrücke über die Ilmenau ist nicht im besten Zustand, Risse ziehen sich durch den Beton, der Spannstahl ist korrosionsgefährdet. Im Etat fürs nächste Jahr sind Planungskosten für die Brückenerneuerung eingestellt. Doch das Geld wollen Politiker eventuell anders verwenden. Foto: t & w

Risse im Etat oder in der Brücke?

as Lüneburg. Die Wandrahmbrücke gehört zu Lüneburgs Hauptverkehrsader, dem Stadtring. Anfang November hatte die Stadt noch angekündigt, dass sich starke Risse durch die Unterseite der Brücke ziehen. „Sie muss erneuert werden“, hatte Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin Straßen- und Ingenieurbau, im Bauausschuss erklärt. Doch die rot-grüne Mehrheitsgruppe will nun den „Ansatz für die Brü-cke Wandrahmstraße“ kürzen – zur Deckung ihrer Änderungsvorschläge für den Etat 2014.

Im Bauausschuss hatte Uta Hesebeck erläutert, dass sich bei den regelmäßigen Brückenprüfungen herausgestellt habe, dass der Spannstahl korrosionsgefährdet ist und sich starke Risse durch die Unterseite der Brücke ziehen. Die Schäden seien nicht reparabel, die Brücke müsse erneuert werden. Für die Planungskosten sind im Etatentwurf 2014 200 000 Euro eingestellt. Neu gebaut werden solle die Brücke, die 1955 entstand, voraussichtlich in den Jahren 2016/2017, kündigte Hesebeck an.

Das Projekt beschäftigte allerdings bereits im Oktober 2010 den Bauausschuss. Auch damals hieß es in der Sitzung, bei Brückenprüfungen seien Risse in der Unterseite festgestellt worden. Nichts dramatisches, allerdings habe sich einer ausgeweitet, erklärte der damalige Fachbereichsleiter Dr. Karl-Heinz Rehbein. Mit einem Neubau wolle man warten, der könne bis zu sechs Millionen Euro kosten. Geprüft werden solle, ob und wie saniert werden könne. Die Planungskosten: 200 000 Euro. Inzwischen heißt es nun Neubau.

Am Nikolaustag hatte die rot-grüne Gruppe in der LZ erklärt, wo sie im Rahmen des Etats 2014 mehr Geld fließen lassen möchte. Gleichzeitig stellte sie in Aussicht, wo zur Deckung gestrichen werden soll. Ins Visier nimmt sie unter anderem die Planungskosten für die Wandrahmbrücke. Die sollen „reduziert“ werden, „die Höhe lassen wir offen, damit die Planung nicht in Frage gestellt wird“, umschiffte Heiko Dörbaum (SPD) gestern das Thema ohne konkrete Zahlen.

Was das Abschmelzen der Planungskosten betrifft, so ist das aus Sicht der Stadt kein Problem. Stadtsprecherin Suzanne Moenck: „Die Planungskosten sind vorsorglich im Etat 2014 eingeplant.“ Es stehe noch nicht fest, ob das Geld tatsächlich eingesetzt werde, da der Neubau der Brücke „nach gegenwärtigem Stand“ erst 2016/2017 geplant sei. Im Moment sei die Brücke noch sicher.

Bezüglich der 200 000 Euro Planungskosten, die schon 2011 im Etat auftauchten, heißt es: Diese würden von Jahr zu Jahr fortgeschrieben.