Dienstag , 22. September 2020

Millionenschaden bei Großfeuer in Lüneburg — Zerstörtes Baudenkmal am Stintmarkt wird jetzt abgetragen

jj/ca Lüneburg. Am Stintmarkt in Lüneburg haben nach dem Großbrand in der Nacht zu Montag die Abrissarbeiten an dem stark beschädigten Baudenkmal begonnen. Es wird bis auf den ersten Stock abgetragen.  Der Eigentümer schätzt den Schaden auf mehr als zwei Millionen Euro.  Dazu kommen noch Schäden an Nachbarhäusern. Menschen kamen nicht zu Schaden. Ob es Brandstiftung war, wird ermittelt.

Das Feuer am historischen Lüneburger Hafen war am frühen Montagmorgen in einem Fachwerkgebäude vermutlich durch eine Gasexplosion ausgelöst worden.  Gegen 3.45 Uhr hörten Anlieger ein Knall, Mobiliar flog auf die Straße der Kneipenszene am Wasser. Das Feuer brach im Erdgeschoss aus. Dort liegt das beliebte italienische Lokal ,,Trattoria“.

Video: „Trattoria“-Wirt De Flaviis zum Brand

Für die schwierigen Löscharbeiten wurden auch Kräne in Position gebracht. Lange konnte das Feuer nicht gut von oben bekämpft werden. Gleich neben dem Brandhaus liegen Konferenzräume und Zimmer des TV-bekannten ,,Rote Rosen“-Hotels Bergström. Geschäftsführer Ulf Reinhardt sagt zum Schaden in der alten Abtsmühle, die heute Teil des Hotels ist:  „Wir haben hier 33 Zimmer, zum Glück waren in der Nacht nur 17 belegt. Die Zimmer und die Räume sind teils verraucht. Da muss einiges saniert werden, das werden wir morgen erst genau beurteilen können.“ In Zimmern und Konferenzräumen, die unmittelbar, nur durch Brandmauern geschützt, an den Brandherd grenzen, ,,quoll der Rauch aus den Steckdosen“.

Reinhardt denkt aber zuerst an die vielen Bewohner des Brandhauses, die alles verloren haben. Für sein Hotel ist das Feuer natürlich im Weihnachts- und Silvestergeschäft abträglich. Aber schlimmer ist es, dass es Jahre dauern wird, bis die Brandstelle keine Baustelle mehr ist. Das Stintpanorama hat ein Juwel verloren.

Video: OB Ulrich Mägde zum Brand

Für die alarmierten Retter war die Lage des Gebäudes ein großes Problem: Auf der einen Seite liegt es an einer engen Gasse am Stint, auf der anderen Seite an der Ilmenau. Es gehört es zu einem Häuser-Ensemble, das im Winkel angeordnet ist. Die Feuerwehr versuchte sowohl aus Booten heraus wie auch von kleinen Balkonen des angrenzenden Hotels den Brand zu bekämpfen. Mehr als 300 Einsatzkräfte aus Lüneburg und umliegenden Gemeinden wie Bardowick, Gellersen oder Adendorf waren im Einsatz. ,,Auch DLRG, DRK und ASB sind vor Ort“, sagte Polizeisprecher Richter.  Dutzende Anwohner und auch 27 Gäste im angrenzenden Hotel mussten im Morgengrauen in Sicherheit gebracht werden.  Sie wurden im Glockenhaus von Seelsorgern betreut und von Einsatzrkäften versorgt.

Video: Feuerwehrpressesprecher Daniel Römer zum Brand

Oberbürgermeister Ulrich Mädge: ,,Das ist der Gau, den wir hier in der historischen Stintmarkt-Kulisse immer befürchtet haben. Ein Feuer direkt am Fluss. Mit den Booten der Feuerwehr ist dieser Brand von der Wasserseite her ja kaum zu löschen. Wir müssen jetzt mit der Feuerwehr bereden, wie für solche Fälle womöglich nachgerüstet werden muss. Es ist ein Glück, dass niemand im Haus war.“

Hauseigentümer Michael von Hartz geht zurzeit davon aus, dass das ganze Gebäude bis auf den ersten Stock abgetragen werden muss. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen. Derzeit, so Polizeisprecher Kai Richter, können weder ein technischer Defekt noch Brandstiftung ausgeschlossen werden.

Video: Löscharbeiten Am Stintmarkt

Betroffen war letztlich auch der Lüneburger Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus, und zwar durch den Qualm. Er konnte wegen der Gesundheitsgefahren nicht geöffnet werden. Und traurig war so manche Touristengruppe, die einen Blick aufs Rote-Rosen-Hotel werfen und im Bistro Salto einen Kaffee trinken wollte. Alles war weiträumig für die Löscharbeiten abgesperrt.

 

feuerdth (8)

Fotogalerie: Großbrand am Stintmarkt (Teil 1)

Fotogalerie: Großbrand am Stintmarkt (Teil 2)

Fotogalerie: Großbrand am Stintmarkt (Teil 3)
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