Freitag , 18. September 2020
Den Finanzierungsplan für ihr neues Zentralgebäude reichte die Leuphana Universität in Hannover ein. Foto: A/t&w

Leuphana plant mit hohen Erlösen

pm Hannover/Lüneburg. Die Uni Lüneburg lieferte – spät. Das Gutachten der Leuphana zum Finanzierungsplan für den Libeskind-Bau wurde am vergangenen Donnerstag um 23.02 Uhr nach Hannover übermittelt, hieß es am Montag, 4. November, im Wissenschaftsausschuss des Landtages. Einen Teil der zugrunde gelegten Unterlagen lieferte die Hochschule wohl erst auf Nachbohren des Ministeriums am Nachmittag nach. Und die aktualisierten Verkehrswertgutachten für die Liegenschaften seien noch gar nicht dabei gewesen, berichtete Abteilungsleiter Rüdiger Eichel vom Ministerium im Ausschuss den Abgeordneten.

Nach bisherigem Plan finanziert das Land 21 Millionen Euro, fünf Millionen steuern die Stadt, zwei Millionen der Landkreis Lüneburg bei. 14 Millionen sollen insgesamt von der EU kommen. Die Fördermittel des Bundes für den „klimafreundlichen Campus“ beziffert das 44-seitige Papier jetzt auf 3,4 Millionen Euro; bislang sollte die Summe nur zwei Millionen betragen. Höher fällt die neue Rechnung auch bei den Erlösen für die Liegenschaften aus. Bisher sei meist von rund neun Millionen Euro die Rede, hieß es mehrfach im Ausschuss, in der Expertise fällt der Betrag weit höher aus: So sind darin gut zwei Millionen Euro für Grundstück und Gebäude am Rotenbleicher Weg sowie etwa 2,5 Millionen für den Altbau in Volgershall angesetzt, erzielbar frühestens ab 2016, wenn das neue Zentralgebäude fertig und auch nutzbar ist. Gut neun Millionen Euro Verkaufswert soll der Neubau in Volgershall später erbringen. Die Mieteinnahmen dort taxiert das Gutachten bis dahin auf rund 4,5 Millionen Euro.

Das neue Zentralgebäude nach den Plänen von Daniel Libeskind selbst soll in den ersten zehn Jahren nach Fertigstellung im August 2015 drei Millionen Euro Mieteinnahmen für Veranstaltungen einspielen, eine Prognose, für die es laut Ministerium noch keine verlässlichen Belege gibt. Wegen dieser teilgewerblichen Nutzung sehen sich Uni und Gutachten zum Vorsteuerabzug berechtigt. Dies steuere weitere 4,7 Millionen Euro zur Finanzierung des Gebäudes bei. Für notwendige Zwischenfinanzierungen sei die Leuphana durch ausreichende liquide Mittel gerüstet, heißt es in der Studie. Laut Gutachten hatte die Uni Ende des vergangenen Jahres 32,8 Millionen Euro auf der hohen Kante.