Alte Brücke in Dömitz wird saniert

Die alte Dömitzer Brücke wird von den Bögen bis zu den Pfeilern saniert. (Foto: rg)

Die alte Dömitzer Brücke wird von den Bögen bis zu den Pfeilern saniert. (Foto: rg)

investieren. Der erste Bauabschnitt hat bereits begonnen.

Kaltenhof/Bleckede. Als vor knapp einem Jahr die Samtgemeinde Elbtalaue gemeinsam mit dem Architekten Ralf Pohlmann ihre Pläne für die Reste der Dömitzer Eisenbahnbrücke vorstellte, klang das Vorhaben nach einem Luftschloss: 20 Millionen Euro sollten investiert und die Brücke in einen umwelt- und erlebnistouristischen Leuchtturm verwandelt werden. In zwei Bauabschnitten, so die damals vorgestellten Pläne, sollte gebaut werden: Im ersten würde die Brücke saniert, im zweiten dann ausgebaut. Jetzt hat Jürgen Meyer, der parteilose Bürgermeister der Samtgemeinde Elbtalaue, in Bleckede einen Förderbescheid des niedersächsischen Umweltministeriums über sieben Millionen Euro in Empfang genommen. Geld für den ersten Bauabschnitt – und der hat bereits begonnen.

Der Staatssekretär des Umweltministeriums, Frank Doods, überreichte das symbolische Dokument im Rahmen einer Feierstunde im Biosphaerium in Bleckede an Meyer. Eigentlich hatte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) den Bescheid übergeben wollen, er hatte jedoch kurzfristig absagen müssen und stattdessen seinen Staatssekretär geschickt. Und dieser betonte bei dem Festakt die „historisch herausragende Bedeutung des Bauwerkes“ und dessen Rolle und Symbolkraft mitten in einem der größten Biosphärenreservate in Deutschland, der „Flusslandschaft Elbe“ mit dem Teilgebiet „Niedersächsische Elbtalaue“ in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg.

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Die ersten Brückenbögen sollen begehbar sein

Es sei ein „besonderer Moment“ für ihn, stellte Jürgen Meyer heraus. Er sei in der Nähe des 1945 gesprengten Bauwerks aufgewachsen, habe als Kind in den Ruinen gespielt. Seit den 1980er-Jahren habe es immer wieder Überlegungen gegeben, die Brückenruine zu nutzen, erstmals im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms in Damnatz. Immer wieder waren die Ideen verworfen worden, zumeist wegen fehlender Finanzierungsmöglichkeiten. Jetzt kommt das benötigte Geld, sieben Millionen Euro, aus dem EFRE-Fördertopf der EU, der vom Land Niedersachsen verwaltet wird. Um die „unverschämt hohe Förderintensität“, wie Staatssekretär Doods es ausdrückte, von 95 Prozent der Kosten für die Sanierung zu erreichen, hatte das Land auf Initiative des Umweltministers die entsprechende Richtlinie verändert.

Zudem hatte die Samtgemeinde neben den Millionen aus Hannover noch 110.000 Euro von der Reemtsma-Stiftung eingeworben, 100.000 Euro aus Fördertöpfen der Metropolregion Hamburg, 50.000 Euro von der Bingo-Stiftung und 40.000 Euro vom Brückeneigentümer, einem niederländischen Unternehmer. Ihnen allen dankte Meyer und versprach, alles dafür zu tun, bis Mitte 2023 die Sanierung abzuschließen.

Ein „Skywalk“ vom Brückenkopf bis hin zum Fluss

Die dafür nötigen Beschlüsse hatte der Samtgemeinderat der Elbtalaue während seiner jüngsten Sitzung zu Beginn der Woche gefasst. Das Gremium stimmte einer überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 500.000 Euro zu, um die Planung des Projektes anzuschieben. Das Mittel der „überplanmäßigen Ausgabe“ war laut Verwaltung gewählt worden, weil sich diese zügig umsetzen lasse und sich so das Geld schneller zur Verfügung stellen lassen würde als über einen Nachtragshaushalt.

Mit 500.000 Euro wird geplant, wie die Sanierung ablaufen soll. Saniert werde das gesamte Bauwerk von den Pfeilern bis hoch zu den Brückenbögen. Auch werde wahrscheinlich der erste Brückenbogen begehbar sein nach Abschluss der Arbeiten 2023. Und wenn es läuft, wie man es sich in der Samtgemeinde Elbtalaue und auch in der Biosphärenreservatsverwaltung vorstellt, wird dann, nach der Sanierung, mit dem Ausbau begonnen. Dann sollen eine Ausstellungshalle, eine Gastronomie und ein „Skywalk“ vom Brückenkopf bis hin zum Fluss entstehen. Für – Stand jetzt – 14 Millionen Euro. Eine Investition, die heute deutlich weniger utopisch erscheint als noch vor einem Jahr.

Von Rouven Groß

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