Das Treffen der Trabis

Wenn man schon einen eigenen Trabi besitzt, dann freut man sich auch über Besuch. Zum 3. Oktober lädt Ellen Biermann daher erneut zum Trabi-Treffen nach Behringen ein. (Foto: at)

Wenn man schon einen eigenen Trabi besitzt, dann freut man sich auch über Besuch. Zum 3. Oktober lädt Ellen Biermann daher erneut zum Trabi-Treffen nach Behringen ein. (Foto: at)

Behringen. Die Geschichte wird in Behringen am 3. Oktober, also am kommenden Sonntag, ein kleines Stück zurückgedreht. Dann laden Ellen Biermann und Daniela Schenk erneut in ihren Garten zum Trabi-Wartburg-Simson-Schwalbe-Treffen ein. Vielleicht ist auch ein Robur dabei, ein Lkw, einst gebaut in Zittau.

Die Fahrzeuge, die in der DDR en vogue waren, da es kaum andere gab, sind heute teilweise gefragt wie nie. Den 1989er-Trabant, den die 44-jährige Biermann und ihre ein Jahr jüngere Freundin Schenk originalgetreu aufbauten und stets sein Blau auf Hochglanz polieren, könnten sie heutzutage für 5000, 6000 Euro verkaufen. „Im Moment liegt auf Trabis Goldstaub.“ Und auch die Simson- und Schwalbe-Mopeds erlebten eine Renaissance. Die Fangemeinde dieser Fahrzeuge ist groß.

Man trifft sich quer durch Deutschland oder via sozialer Netzwerke. Und so wird vermutlich am kommenden Sonntag vielfach das typische asthmatische Trabi-Tuckern die Schwarze Höhe in Behringen erklimmen. 80 Anmeldungen hat Biermann für ihr drittes Treffen. Die Fans kommen aus Hamburg, Lübeck, aus Soltau und aus Sachsen-Anhalt „Es könnten je nach Wetterlage auch 60 Mopeds werden“, sagt sie.

Dabei muss sie auf die Corona-Vorschriften achten. In einem Schreibblock hat Biermann stundenweise Abschnitte festgelegt, damit die Gäste nicht geballt kommen. Und so wäre vielleicht für Nachzügler noch ab 16 Uhr ein Besuchsfenster. Es gilt zudem die 3G-Regel. 50 Corona-Tests hat sie auf Lager.

Auch Bispinger seien mittlerweile deutlich interessierter an der Veranstaltung. Bisher seien die beiden Frauen nur belächelt, viel Skepsis sei ihnen entgegengebracht worden, weil sie nicht aus dem Ort kämen und in einer lesbischen Beziehung lebten. 29In diesem Jahr aber sei vieles 29anders. „Wir hatten noch nie so viel Unterstützung“, sagt Biermann.

Insbesondere über die zahlreichen örtlichen Sponsoren, die vom Brötchen über Kaffee und Kuchen bis hin zu Würstchen, Pappbechern und den sonstigen Getränken für den Treff zum Gelingen beitrügen, freut sie sich wie auf alle Bispinger, „damit sie sehen, was wir machen“.

Mit einem Hauch Ostalgie rechnet Biermann für Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr. Viele Hobbyschrauber kämen, und „wir brauchen ganz viel Kaffee zum Fachsimpeln“. Den meisten gehe es wie auch ihr darum, die alten Fahrzeuge im Original herzurichten. „Etwas Verbasteltes und Tiefergelegtes, das finden wir nicht gut.“

Selbstverständlich wolle sie die DDR-Flagge aufziehen, aber auch die des Kinderhospizes Sternenbrücke in Hamburg-Rissen, für das sie bei der Veranstaltung Geld sammeln möchte. Um Platz für die Gäste zu schaffen, muss auch der Zweitwagen, der BMW, umgeparkt werden. Und da ist Biermann ehrlich: Den fahre sie auch gern, die Musik sei lauter, und er habe eine Sitzheizung.

Der Trabant aber sei wie ein Hund, damit komme man schnell in Kontakt, weil die Menschen immer viel darüber wissen wollten. Wer sich noch ein Zeitfenster fürs Trabi-Treffen sichern möchte, der kann sich bei Ellen Biermann unter (0162) 9750958 anmelden.

Von Anja Trappe

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