In Tespe ist Wasser, wo kein Wasser sein sollte

Das Durchschreitebecken im Tesper Freizeit muss nach Witterungsbedingten Schäden komplett saniert werden. (Foto: Samtgemeinde Elbmarsch)

Das Durchschreitebecken im Tesper Freizeit muss nach Witterungsbedingten Schäden komplett saniert werden. (Foto: Samtgemeinde Elbmarsch)

Tespe. Der Gang ins große Schwimmbecken im Freizeitbad Tespe führt Jung und Alt stets durch das sogenannte Durchschreitebecken. Hier duschen sich die Gäste ab, bevor sie ins Wasser gehen. Mittlerweile ist das seit 1987 bestehende, vier mal drei Meter große Becken in die Jahre gekommen, es sollte saniert werden. Was zunächst nach Routine aussah, hat sich für die Verwaltung der Samtgemeinde Elbmarsch aber zu einer ungewollt komplizierten Baumaßnahme entwickelt.

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Es fing mit Rissen in einigen Fliesen an

Der Reihe nach: Bei den üblichen Wartungsarbeiten im Januar wurden in einigen Fliesen Risse entdeckt. „Das passiert durch die Witterung nahezu jedes Jahr, die Fliesen werden in dem Fall bis zur neuen Saison fachmännisch ausgetauscht“, sagt Christoph Frahm, Verwaltungsfachwirt bei der Samtgemeinde. Aufgrund der Häufigkeit der Risse hatte die Verwaltung Überlegungen angestellt, zunächst eine sogenannte GFK-Beschichtung (Glasfaser verstärkte Kunststoffe) auf die neuen Fliesen als Schutz aufzutragen. „Damit hätten wir einige Jahre Ruhe gehabt und unsere Wartungskosten gesenkt“, ergänzt Bürgermeisterin Kathrin Bockey.

Dafür und für weitere Unterhaltungsmaßnahmen (Umkleideräume) wurden auch Mittel in den Haushalt in Höhe von mehr als 15.000 Euro eingestellt. Die Verwaltungschefin fügt an: „Das Freibad ist vor allem für unsere Jugend besonders wertvoll, um auch Schwimmen zu lernen.“ Doch ohne Durchschreitebecken sei ein reibungsloser Betrieb nicht zu gewährleisten.

Regenwasser höhlt das Fundament aus

Die Witterung durchkreuzte zunächst allerdings den Sanierungsplan. Denn bei einer zweiten Besichtigung im Februar waren fast alle Fliesen gebrochen und standen hoch. Der Grund dafür wurde schnell ersichtlich. Regenwasser hatte sich ausgebreitet, nicht nur die Fliesen, sondern auch noch das Betonfundament komplett ausgehöhlt und damit zerstört. Daraufhin wurden neue Ideen – wie das Einsetzen eines Stahlbeckens – diskutiert, aber wieder verworfen.

Das lag laut Kathrin Bockey zum einen an den möglichen Kosten von mehreren Zehntausend Euro für ein geeignetes Modell, zum anderen an den schon im Vorfeld angekündigten Lieferschwierigkeiten durch die angeschriebenen Unternehmen aufgrund von Engpässen bei Nickel und Stahl durch den Ukraine-Krieg – aber auch durch Personalmangel und entsprechendem Auftragsstau bei den Firmen aufgrund der Corona-Pandemie.

„Wir haben uns dann entschlossen, nachdem auch kein Betrieb zum Fliesenlegen zu bekommen war, nur das Betonfundament neu zu setzen und als neue Lösung das bestehende Durchschreitebecken zu einem ebenerdigen Duschplatz umzubauen“, sagt Kathrin Bockey. „Die Arbeiten dazu haben wir bereits beauftragt, sodass die Badesaison reibungslos zum 14. Mai beginnen sollte.“

Von Marcel Baukloh

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