Die Kandidaten im Landtagswahlkreis Elbe: Miriam Staudte

Miriam Staudte ist bereits mit 17 Jahren in die grüne Partei eingetreten. (Foto: us)

Miriam Staudte ist bereits mit 17 Jahren in die grüne Partei eingetreten. (Foto: us)

Kröte. Die sicherste zukünftige Landtagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Elbe ist Miriam Staudte. Es bedürfte schon einiger sensationeller, rein theoretischer Wahlergebnisse, damit Platz fünf auf der Landesliste der Grünen nicht ausreichen könnte, um wieder in den Landtag einzuziehen. Miriam Staudte hört und liest das aber gar nicht gerne. Weil das so klingt, als wäre die Wahl schon gelaufen. Sie kämpfe für ein gutes Zweitstimmenergebnis der Grünen. Was ein interessanter Zungenschlag ist.

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Sie bleibt zurückhaltend

Denn immerhin ist die 46-Jährige Direktkandidatin im Wahlkreis, könnte also über die Erststimmen auch das Direktmandat anpeilen. Will sie damit womöglich unausgesprochen das Wählerverhalten in eine Richtung lenken, für die es in der Vergangenheit zwar immer wieder Anläufe gab, aber es nie zu einem offiziellen Schwur kam: ein rot-grünes Stimmensplitting? Miriam Staudte hofft zwar auf eine rot-grüne Landesregierung nach der Wahl, bleibt aber zurückhaltend: „Mir sind die Zweitstimmen am wichtigsten.“

Eine andere Frage lächelt sie dagegen nicht mehr wie noch vor fünf Jahren einfach weg: die nach einem Ministerinnenposten. Käme es zu Rot-Grün und wäre Miriam Staudte die vierte Legislaturperiode im Landtag, wäre sie auf alle Fälle eine Kandidatin. Sie weiß das, sagt aber brav: Das hätte dann die Partei zu entscheiden. Immerhin sagt sie jetzt aber auch: Es sei nicht ausgeschlossen. Sie merke, wie viele Verbände sie als Ansprechpartnerin suchen. Vielleicht das Landwirtschaftsministerium?

Mit 17 in die Partei eingetreten

Profipolitikerin sei jedenfalls nicht der Plan gewesen, erzählt Staudte. Dabei sei sie bereits mit 17 in die grüne Partei eingetreten. Sie ist in Geesthacht aufgewachsen, nahe dem Atomkraftwerk Krümmel mit der dortigen Leukämie-Problematik. Ihr Vater sei Vorsitzender des örtlichen Naturschutzbundes gewesen. Sie sei „umweltkritisch sozialisiert“, sagt die Abgeordnete. „Es war eine sehr politische Jugend.“ Bereits während ihres Studiums, Soziale Arbeit, habe sie mit der Kommunalpolitik begonnen. Nach dem Studium habe sie in einer psychiatrischen Tagesklinik gearbeitet, dann kamen zwei Kinder, und 2008 zog sie über die Landesliste der Grünen erstmals in den Landtag ein. Sie wohnte damals in Scharnebeck.

„Die Welt ein bisschen besser machen“, lautete eine Schlagzeile über ihrem Porträtartikel zur Landtagswahl vor fünf Jahren. Das gelte auch heute noch. Aber sie hat es offenbar satt, Opposition zu sein. Das Konzept „Aussitzen“ in der Großen Koalition funktioniere nicht mehr. Man müsse jetzt handeln. Miriam Staudte will mitregieren und gestalten. Es gehe um einen „absoluten Turbo bei der Energiewende“. Überhaupt die Umweltthemen. Die Grünen müssten da „die Dinge mit Nachdruck einfordern“ und standhaft bleiben beim Atomausstieg.

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Sie lebt seit einigen Jahren in Kröte

Ihre Kinder, 19 und 21, sind inzwischen erwachsen. Miriam Staudte lebt seit einigen Jahren in Kröte und baut mit ihrem Lebenspartner einen ehemaligen landwirtschaftlichen Hof aus. Ihre freie Zeit verbringt sie gerne im Garten, sie nennt das „lazy gardening“, sie hätte Lust auf ein schönes privates Sommerfest oder auch ein Doppelkopfturnier. Doch jetzt ist ja Wahlkampf. Wo es auch mal härter zur Sache geht. „Man muss belastbar sein“, hat Miriam Staudte in den 14 Jahren erfahren, die sie in der professionellen Politik tätig ist. Sie bringe die „nötige Konfliktfreudigkeit“ mit. „Ich habe ein dickes Fell.“ Aber sie stehe auch für Ausgleich und Verständigung, sagt Staudte: „Es geht mir immer um die Sache.“

Von Jens Feuerriegel

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