Mit Bildergalerie: Schäfer im Lämmchen-Glück (und -Stress)

Schäferin Josefine Schön mit Lämmchen Lammbert und Schäfer Clemens Lippschus mit Walden. (Foto: t&w)

Schäferin Josefine Schön mit Lämmchen Lammbert und Schäfer Clemens Lippschus mit Walden. (Foto: t&w)

Döhle. Lammbert ist gerade zwei Wochen alt und hängt schon an der Flasche. Und dieses Trinkverhalten wird sogar noch unterstützt. Da er aber nur an Milch interessiert ist, kann man sicher ein Auge zudrücken. Tatsächlich ist er auf die Flasche angewiesen, denn seine Mutter hat ein kaputtes Euter. Und so sorgen Schäferin Josefine Schön und Schäfer Clemens Lippschus per Hand dafür, dass der Kleine einen guten Start in sein Leben hat.

Der Job verlangt den beiden körperlich mehr ab, als Außenstehende ahnen. "Wir gucken in dieser Zeit alle zwei Stunden nach den Lämmern – Tag und Nacht", sagt Josefine Schön. Da kommt es schon mal vor, dass die Schäferin derzeit beim Essen am Tisch einnickt.

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Fast alle Lämmchen kommen durch

Gearbeitet wird auch sonst oft zehn Stunden am Tag. Das Klischee vom Schäfer, der in der Sonne ein kleines Schläfchen hält, könnte nicht unpassender sein. Doch Dank der Hingabe der Schäfer hat es mit nur zwei Fehlgeburten bisher auch kaum Verluste gegeben. "Darauf sind wir wirklich stolz." Schäfer Clemens Lippschus weiß, in anderen Schäfereien sind zehn Prozent Verluste in der Geburtssaison nicht unüblich. "Und davon sind wir weit entfernt – Toi, Toi, Toi."

Die Lämmchen haben eigene Papiere

Das besondere an der Herde in Döhle ist unter anderem, dass hier jedes Lämmchen eigene Papiere hat. "Wir können bei allen sagen, wer die Eltern sind." Das ist wichtig, um reinrassige Schafe zu züchten. "Und so die Rasse der Graugehörnten Heidschnucke zu erhalten", sagt Josefine Schön.

Rund hundert kleine Heidschnucken sind in dieser Saison in Döhle in der Heide bereits zur Welt gekommen, das erste am 31.12.2021. Bis Mitte/Ende März erwarten die Schäfer gut 350 Lämmchen. Und obwohl die Schafe die Geburt meist gut alleine schaffen, kann immer etwas passieren. "Zum Beispiel, wenn ein Mutterschaf ihr Lamm erst am Hinterteil abschleckt. Wenn dann aber viel Schleim am Kopf vorhanden ist, kann das Lamm ohne unsere Hilfe daran ersticken", erklärt Josefine Schön. "Das puscht einen natürlich." Und auch Clemens Lippschus sagt: "Die Freude, die einen die Tiere zurückgeben, ist es alle mal wert."



Nicht alle Lämmchen werden sechs bis acht Jahre alt werden. Manche werden für die Weiterzucht an andere Herden verkauft, manche werden jedoch auch mit circa acht Monaten geschlachtet. Zu kaufen ist das Fleisch dann ausschließlich regional.

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Wer Pate wird, kann einem Lämmchen einen Namen geben

Die kleinen Heidschnucken, die in den nächsten Wochen nach draußen dürfen (noch sind sie im Stall, um ihr Immunsystem aufzubauen und sich an die Gesellschaft der anderen zu gewöhnen) sind nicht nur süß, sondern erfüllen auch eine wichtige Aufgabe in der Heide. Denn ohne sie wäre die Pflege dieser Landschaft gar nicht möglich.

Das weiß auch Steffen Albers von der Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide: "Ohne unsere Heidschnucken wäre die Landschaftspflege weder finanzierbar noch praktikabel." Und die Heide wäre nicht die Heide. Trotz allen Geldern und Bezuschussungen bleibt die Schäferei meist ein defizitäres Geschäft, sagt Steffen Albers. "Wer uns aber unterstützen möchte, kann zum Beispiel eine Patenschaft erwerben." Wer Heidschnucken-Pate wird, darf seinem Schaf auch einen Namen geben und bekommt eine Urkunde. "Das ist doch das beste Geschenk für die, die immer sagen `also ich brauche gar nichts´".

Von Laura Treffenfeld

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