Pflegeheim statt Feriendorf in Bad Bevensen

Große Pläne für Bad Bevensen: Stadtdirektor Martin Feller (von links), Georg Dozel (KerVita), Investor Cornelius Ebel, Bürgermeister Jürgen Schliekau und Bauamtsleiter Roland Klewwe auf dem Gelände des ehemaligen Hamburger Feriendorfes. (Foto: privat)

Große Pläne für Bad Bevensen: Stadtdirektor Martin Feller (von links), Georg Dozel (KerVita), Investor Cornelius Ebel, Bürgermeister Jürgen Schliekau und Bauamtsleiter Roland Klewwe auf dem Gelände des ehemaligen Hamburger Feriendorfes. (Foto: privat)

Bad Bevensen. Schlagzeilen hat das ehemalige Hamburger Feriendorf in Bad Bevensen schon viele produziert, zuletzt waren es meist jedoch negative. Unter anderem soll ein Investor in den Jahren 2014/15 auch bei Lüneburger Anlegern Geld für ein Hotel-Projekt eingesammelt und dann veruntreut haben. Schaden: rund 3,4 Millionen Euro. Nun aber zeichnet sich eine Perspektive für das 50.000 Quadratmeter große Areal in der Kurstadt ab.

Wieder ist ein Investor mit einem millionenschweren Konzept auf den Plan getreten, doch der handelt dieses Mal nicht mit Luftschlössern. Vielmehr will der Unternehmer Cornelius Ebel gemeinsam mit der KerVita-Gruppe auf der Fläche hinter seinem Hotel Fährhaus neue Gästehäuser, ein Pflegeheim, Wohnraum für betreutes Wohnen, rund 40 Ferienhäuser und Appartements für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bauen. Das Investitionsvolumen wird auf insgesamt 50 bis 60 Millionen Euro geschätzt.

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Konzept zielt auch auf junge Familien und Gäste

Das Areal im Blick hatte Ebel bereits vor vier Jahren, als er das Fährhaus übernahm. Auch die Stadt hatte überlegt, die Fläche zu kaufen. „Nachdem der bis dahin geplante Hotelkomplex so unrühmlich geendet ist, wollten wir die Fläche touristisch weiterentwickeln“, berichtet Stadtdirektor Martin Feller. Doch bei der folgenden Versteigerung des Grundstücks musste die Kommune schnell die Segel streichen. Das Nachsehen hatte auch die KerVita-Gruppe, ein Familienunternehmen aus Hamburg, das unter anderem auch vor den Toren Lüneburgs in Reppenstedt ein Seniorenzentrum betreibt.

Doch in der Folge verständigten sich Ebel und KerVita schnell auf ein gemeinsames Konzept: ein Pflegeheim und Ferienhäuser im dänischen Stil gemeinsam mit altersgerechtem und betreutem Wohnen. Und auch die Stadt war schnell an Bord. „Das Projekt zeigt, in welche Richtung sich Bad Bevensen entwickelt,“ sagt Feller. Natur- und Gesundheitstourismus bildeten die Schwerpunkte des Kurortes. So seien es längst nicht mehr nur Senioren, die Bad Bevensen für sich entdeckten, sondern auch junge Gäste.

100 neue Arbeitsplätze könnten in Bad Bevensen entstehen

Darauf reagieren will auch der Fährhaus-Eigentümer. „Wir wollen uns nicht auf eine bestimmte Zielgruppe festlegen“, sagt Ebel, der auch Ferienanlagen auf Fehmarn betreibt. Aktuell verfügt sein Fährhaus über 50 Zimmer. Zwischen 35 und 50 weitere Zimmer sollen in den separaten Gästehäusern auf dem ehemaligen Hamburger-Feriendorf-Gelände entstehen. Im geplanten hotelartigen Pflegeheim sollen 120 vollstationäre Pflegeplätze bereitgestellt werden. Dazu rund 25 Plätze für betreutes Wohnen. „Wir bieten mehr als nur ein Seniorenheim“, skizziert Georg Dozel die Pläne der KerVita-Gruppe. Der Übergang zwischen Pflegeheim, Hotel, betreutem Wohnen und den Ferienhäusern soll fließend sein.

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Gästehaus soll schon 2024 stehen

Für Bad Bevensen bedeutet das Projekt mehr als 100 neue Arbeitsplätze. „Uns ist bewusst, dass es heutzutage schwer ist, Beschäftigte zu finden“, sagt Dozel. Deshalb sind auf dem Gelände Mitarbeiter-Apartments. Und Bevensens Bürgermeister Jürgen Schliekau glaubt, dass diese Idee fruchten wird: „Unsere Stadt bietet eine optimale Infrastruktur für junge Familien.“ Baubeginn könnte Ende dieses Jahres sein. Laut Bad Bevensens Bauamtsleiter Roland Klewwe muss zunächst der Bebauungsplan geändert werden. Ist dies geschehen, soll zunächst mit dem Neubau für das Fährhaus begonnen werden. Mit den ersten Gästen rechnet Ebel im Jahr 2024. Die Gesamtbaumaßnahme wird sich vermutlich bis 2026 hinziehen.

Von Malte Lühr

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