Risse an tragenden Stahlteilen der Elbbrücke entdeckt

Bei der Sanierung der Elbbrücke in Geesthacht wurden Risse in tragenden Stahlteilen unter dem Asphalt entdeckt. (Foto: tja)

Bei der Sanierung der Elbbrücke in Geesthacht wurden Risse in tragenden Stahlteilen unter dem Asphalt entdeckt. (Foto: tja)

Geesthacht. Die böse Überraschung war gut versteckt – nicht von oben und auch nicht von unten zu erkennen. Erst als Arbeiter die Asphaltdecke während der derzeit laufenden Sanierung des Bauwerks abgetragen hatten, traten die Risse an tragenden Stahlteilen der Elbbrücke Geesthacht zu Tage. „Da Grund zur Sorge besteht, haben wir die Untersuchung der Risse ausgeweitet“, sagte am Dienstag bei einem Ortstermin Thomas Bittermann, der im Auftrag des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr (LBV) Schleswig-Holstein als Prüfingenieur an der Elbquerung tätig ist.

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Umleitungen sind eingerichtet

Als Vorsichtsmaßnahme sperrte der LBV im Laufes des Dienstags die 1966 erbaute Wehrbrücke für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen: „Für schwerere Fahrzeuge wie Lkw und andere wird aktuell eine weiträumige Umleitung über die A 39 zur A 1 und die A 25 eingerichtet“, teilt die Behörde mit. Fahrzeuge, die nicht auf der Autobahn fahren dürfen, müssen über die Elbbrücke Lauenburg ausweichen. Für den ÖPNV und die Rettungsdienste sind Sonderreglungen vorgesehen.

Risse an Schweißnähten

Bislang haben Experten Risse an den Schweißnähten der sogenannten Deckbleche an der Ostseite des Bauwerks entdeckt. Die oberen Deckbleche des Hohlkastens der Brücke tragen die Fahrbahn. Allerdings vermutet Prüfingenieur Bittermann, dass auch auf der gegenüberliegenden Seite Risse zu finden seien – unter Umständen sogar auf der gesamten Brücke. Aber: „Wir sind im Moment in einer sehr frühen Phase der Untersuchung. Deshalb können wir keine Prognose abgeben, wie es weitergeht“, betonte er.

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Ursache noch unklar

Das gelte ebenfalls für Fragen zur Ursache, zum Alter und zu möglichen Auswirkung auf das gesamte Sanierungsprojekt, zu den Kosten sowie den Folgen für den Verkehr, ergänzte Christoph Köster, Abteilungsleiter beim LBV. „Wir halten aktuell am Zeitplan für die Brückensanierung fest. Unser Ziel ist es, die für die Sommerferien eingeplante Sperrung zu halten“, sagte er, schränkte aber auch ein: „Wir können im Moment nichts versprechen.“ Denn die Überprüfung der Risse würde zeitliche Auswirkungen haben, weil dies zusätzliche Arbeit bedeute.

Statisch wichtige Bereiche werden freigelegt

„Mit Hochdruck laufen die Untersuchungen kontinuierlich weiter“, verdeutlichte er. „Weitere Untersuchungen werden derzeit mit den Fachbüros für die Prüfstatik und für den konstruktiven Ingenieurbau fortgesetzt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Straßenbaubehörde. Dabei würden unter anderem einzelne statisch wichtige Bereiche freigelegt, Asphalt und Abdichtung entfernt, und diese optisch sowie per Ultraschall untersucht, um ein vollständiges Bild des Schadensausmaßes zu erhalten.

Weitere Teilbereiche des Bauwerkes sollen zudem freigelegt und Ultraschallprüfungen des Stahls durchgeführt werden, um auch möglichen Rissen an der Fahrbahn auf die Spur zu kommen. „Parallel dazu werden die im Bereich der sichtbaren Risse bereits entnommenen Bohrkerne in einem Labor untersucht.“ Aus den gewonnenen Erkenntnissen werde eine Schadensanalyse erstellt und statische Berechnungen für die Beurteilung der Tragfähigkeit sowie der weiteren Vorgehensweise vorgenommen.

Von Stefan Bohlmann

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