Wo könnte die neue Bahntrasse verlaufen?

Beim geplanten Ausbau der Bestandsstrecke über Lüneburg und Uelzen ist weiterhin offen, wie weiträumig eine "Ortsumfahrung" ausfallen wird. (Foto: A/t&w)

Beim geplanten Ausbau der Bestandsstrecke über Lüneburg und Uelzen ist weiterhin offen, wie weiträumig eine "Ortsumfahrung" ausfallen wird. (Foto: A/t&w)

Lüneburg. Wie weiträumig könnten Ortsumfahrungen für Lüneburg, Deutsch Evern, Bad Bevensen oder Uelzen verlaufen? In der Diskussion um den geplanten Ausbau der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover für Güter- bis Fernverkehr reicht der Untersuchungsraum für mögliche Trassen längst von Lüneburg bis zur Autobahn 7. In den vergangenen Wochen hatten sich aber Bundes- und Landespolitiker an die Seite der Kommunen und Bürgerinitiativen im Kreis Harburg sowie Heidekreis gestellt, um sich gegen eine mögliche A7-Variante auszusprechen und für den Ausbau der Bestandsstrecke zu plädieren. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) hatte in einer Reaktion gegenüber der LZ auf die Online-Infoveranstaltung von „DB Großprojekte“ zum aktuellen Projektstand am Mittwoch verwiesen. Doch wer jetzt Aussagen zu konkreten Trassen erwartete, wurde enttäuscht.

Mehr als 500 Zuschauer verfolgten laut Moderator Ralf Eggert von der Unternehmensberatung „Ifok“ die Onlineveranstaltung am Mittwochnachmittag.

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Projektleiter richtet Appell an die Kommunen

Projektleiter Matthias Hudaff von der DB Netz AG referierte in der Videoübertragung zum aktuellen Stand und stellte sich im Anschluss den im Online-Formular schriftlich eingereichten Fragen. Antworten zu konkreter gefassten Trassenverläufen blieb er weitgehend schuldig und nutzte stattdessen die Gelegenheit umso eindringlicher für einen Apell an die Kommunen in den betroffenen Landkreisen, die im Projektgebiet für den Schienenausbau zwischen Hamburg, Bremen und Hannover liegen.

„Meine Leute sind vor Ort unterwegs“, sagte Hudaff ein ums andere Mal. Und: „Wir haben angeboten, in den Dialog einzutreten.“ Er appellierte an die Kommunen, das Gespräch mit den Projektverantwortlichen der Bahn vor Ort jetzt zu suchen und zu nutzen, um Kernforderungen anzubringen, die im Falle einer Bahntrassenplanung zu berücksichtigen seien. Alles, was „gesetzlich ableitbar“ sei, könne bei der weiteren Vorplanung berücksichtigt werden. Forderungen, die aber über das gesetzliche Maß hinaus gingen, müssten dem Bundestag zur Entscheidung vorgelegt werden.

Rotenburg-Verden als Blaupause für Lüneburg?

Als Beispiel nannte Hudaff die Ausbaustrecke Rotenburg-Verden, für die der Bundestag im vergangenen Sommer einen erhöhten Lärmschutz billigte. Gleichzeitig ist jener Abschnitt des Ausbauprojekts „optimiertes Alpha-E mit Ortsumfahrungen“, zu dem auch die Strecke Hamburg-Hannover gehört, am weitesten gediehen: Im zweiten Quartal 2022 soll laut Hudaff die Planungsleistung für Rotenburg-Verden europaweit ausgeschrieben werden, mit dem Ziel, mit der geprüften Entwurfsplanung 2025 das Planfeststellungsverfahren zu beginnen und vor 2030 mit dem Ausbau zu starten.

Wo indes die Strecke zwischen Hamburg und Hannover konkret aus- oder neugebaut werden könnte, ließ Hudaff auch auf Nachfrage offen. Im Oktober hatten Fachplaner Grobkorridore skizziert östlich und westlich entlang der Bestandsbahnstrecke über Lüneburg und Uelzen, parallel zur A7 sowie zur Bundesstraße 3. Hudaff sagte nun: „Unsere Planer legen jetzt Trassen in die Korridore.“ Mehr ließ er sich dazu nicht entlocken und verwies wiederholt auf das Dialogangebot an die Kommunen. Niemand solle vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

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Bundestag könnte 2023 die Entscheidung fällen

Im Verlauf des Jahres sollen die verschiedenen Varianten anhand eines Kriterienkatalogs verglichen werden, um eine Entscheidungsgrundlage für den Bundestag vorzubereiten. Der könnte dann 2023 darüber befinden, wo in dem Abschnitt zwischen Elbe und Heide das Bahnnetz für Güter- und Personenverkehr ausgebaut werden soll.

Von Dennis Thomas

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