Jens Böther bittet die Bevölkerung im Kreis Lüneburg dringend darum, die neuen Corona-Regeln einzuhalten. (Foto: t&w)

Böthers Appell: „Kontakte radikal reduzieren“

Lüneburg. Wochenlang pendelte der Corona-Inzidenzwert für den Landkreis Lüneburg um 50 herum, seit zwei Tagen beträgt er 70,1. Diese bedenkliche Entwicklung nimmt Landrat Jens Böther zum Anlass, einen dringlichen Appell an die Bevölkerung zu richten.

„Wir haben eindeutig zu viele Neuinfektionen“, sagt Landrat Jens Böther in einer Pressemitteilung des Landkreises. „Um zurück in den grünen Bereich zu kommen, müssen wir alle richtig mitziehen und unsere Kontakte radikal reduzieren.“ Seine Bitte an alle Menschen im Landkreis Lüneburg: „Halten Sie sich an die strengen Lockdown-Regeln, die bei uns seit gestern gelten.“ Seit Sonntag dürfen sich in Niedersachsen zu Hause und in der Öffentlichkeit grundsätzlich nur noch Menschen aus einem Hausstand mit einer Einzelperson aus einem anderen Hausstand treffen.

Böther zeigt dabei Verständnis vor allem für die Sorgen von Familien mit Kindern: „Gegenseitige Besuche – ob von Freunden oder Verwandten – sind fast nicht möglich, Schule und Kita mehr oder weniger zu. Unmut darüber kann ich verstehen, aber der bringt uns alle nicht weiter.“ Nach Erfahrung des Gesundheitsamts seien die meisten Infektionen in den vergangenen Wochen in oder zwischen Familien weitergegeben worden. "Und das muss aufhören“, stellt der Landrat klar. Er meint zudem: „Nutzen Sie die Notbetreuung, aber nutzen Sie sie nicht aus.“

Doch auch der Arbeitsplatz könne als Infektionsquelle schnell wieder eine Rolle spielen. Eine besondere Verantwortung liege daher jetzt bei den Arbeitgebern: „Home-Office sollte möglich gemacht werden, wo immer es geht,“ fordert der Landrat. „Arbeitsplatz-Kontakte sind eine Stellschraube, an der wir noch drehen können und müssen.“ In der Kreisverwaltung arbeitet laut Landkreis-Informationen die Hälfte der Belegschaft derzeit von zu Hause aus.

Böther denkt bei seinem Appell auch an die heimische Wirtschaft: "Nutzen Sie Außer-Haus-Verkauf und Lieferdienste von Anbietern bei Ihnen vor Ort.“ So könnten alle ein Stück daran mitwirken, dass es nach der Corona-Pandemie noch gute Einzelhandelsgeschäfte und eine attraktive Gastronomieszene gebe.  lz