Samstag , 24. Oktober 2020
Im Grünen, am nördlichen Rand Bardowicks, sollen zusätzliche Bauplätze entstehen. Aber weniger, als ursprünglich geplant. Im Grünen, am nördlichen Rand Bardowicks, sollen zusätzliche Bauplätze entstehen. Aber weniger, als ursprünglich geplant. Im Grünen, am nördlichen Rand Bardowicks, sollen zusätzliche Bauplätze entstehen. Aber weniger, als ursprünglich geplant. Foto: t&w

Neue Baugrundstücke in Bardowick

Bardowick. Rund zehn Jahre lang lagen die Pläne für das neue Wohnbauareal im Norden des Domfleckens Bardowick auf Eis. Jetzt kommt wieder Bewegung in die Sache: Um auf die gestiegene Nachfrage nach Wohnraum zu reagieren, wird nun der überarbeitete Entwurf des Bebauungsplans Nr. 48 „Wendekorb“ vorangetrieben.

Ziel der Planung ist es, aktuelle Grünlandflächen im Außenbereich, nahe der Ilmenau, als Bauland auszuweisen. Damit soll die Siedlungsstruktur am nördlichen Ortsrand abgerundet werden, heißt es in dem Entwurf. Gleichzeitig gehen die Pläne in dem grünen Idyll buchstäblich an die Grenze des Machbaren. Parallel dazu soll in einem anderen Verfahren die bauliche Nachverdichtung im Ortskern befördert werden.

Weiter weg von der Ilmenau

Ursprünglich sollte die geplante Erweiterung des Wohngebietes „Wendekorb“ wesentlich näher an die Ilmenau heranrücken. Dem hat allerdings die Ausweisung der jüngsten Überschwemmungsgebiete durch den Landkreis Lüneburg in den vergangenen Jahren einen Strich durch die Rechnung gemacht. Übrig bleiben damit schätzungsweise rund 4000 Quadratmeter, die zusätzlich als Baufläche vorgesehen werden. Die vorgeschriebene Mindestgröße für Wohnbaugrundstücke soll auf 750 Quadratmeter festgesetzt werden, heißt es im Planentwurf.

Lange war auch der Bereich am nördlichen Ortsausgang Bardowicks in Richtung Hohensand durch landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Das hat sich aber durch Betriebsaufgaben angrenzender Höfe gewandelt, sodass jetzt der Weg für die neue Wohnbebauung in zweiter Reihe frei wäre. Auf den Baugrundstücken sollen jeweils Häuser mit bis zu zwei Wohneinheiten ermöglicht werden.

Im Ortskern ist ein neues „Dorfgebiet“ geplant

Parallel zum Bereich „Wendekorb“ soll auch im Gebiet des Bardowicker Altdorfs mit einem neuen Bebauungsplan eine bauliche Nachverdichtung geregelt werden. Der neuaufzustellende B-Plan Nr. 49 „Hinterm See“ umfasst sogar ein Gebiet von rund 17,3 Hektar. Der Geltungsbereich wird im Norden von der Mühlenstraße begrenzt, im Osten von der Wallstraße und im Süden von der Straße Im Sande. Westlich grenzt das Plangebiet an die Hamburger Landstraße.

Für das Areal gibt es bislang keinen Bebauungsplan. Künftig soll die Fläche als Dorfgebiet festgesetzt werden, damit sich auch künftige Bauvorhaben an der vorhandenen Struktur orientieren. Der Bestand ist vor allem durch eine eher niedrige Bebauung geprägt. Für das künftige Dorfgebiet soll deshalb eine zweigeschossige Bebauung als Höchstmaß festgesetzt werden, heißt es in dem Planentwurf.

31.000 Quadratmeter für die Landwirtschaft reserviert

Mit dem B-Plan sollen bereits erschlossene Grundstücke, die bislang nicht baulich genutzt werden, gezielt für die Errichtung von Wohnhäusern genutzt werden können. Gleichzeitig soll ein großes Maß der vorhandenen Freiflächen für die Landwirtschaft und den Gartenbau gesichert werden: So bliebe laut Planentwurf, umrahmt von Wohnbebauung, ein rund 31.000 Quadratmeter großes Kernareal im Herzen Bardowicks für die Landwirtschaft erhalten.

Die Unterlagen für die B-Pläne „Wendekorb“ sowie „Hinterm See“ liegen aktuell öffentlich zur Einsicht und Stellungnahme im Rathaus des Fleckens Bardowick (Schulstraße 12, Zimmer E.23) aus, das teilt die Verwaltung mit. Die Auslegungsfristen laufen jeweils noch bis einschließlich 11. September. Wegen der Einschränkungen im Zuge der Corona-Krise ist mindestens bis 31. August eine persönliche Einsichtnahme vor Ort nur nach telefonischer Terminvereinbarung möglich, Kontakt unter (04131) 1 20 13 11.

Von Dennis Thomas