Donnerstag , 24. September 2020
Die Ruine in Embsen: Noch ist unklar, wie hoch der genaue Schaden ist, den das Feuer angerichtet hat. Foto: be

Langer Weg zurück in den Alltag

Embsen. Wenn am 27. August in Niedersachsen die Sommerferien enden, werden auch die Schüler der Integrierten Gesamtschule Embsen (IGS) wieder ihre Klassenräume aufsuchen können. Das ist die gute Nachricht. Die weniger gute und nicht unerwartete: Der Unterricht wird nach dem verheerenden Großbrand vom 7. Juli nur eingeschränkt möglich sein. Und niemand weiß, wann nichts mehr an das Feuer erinnern wird. Das wurde von einem technischen Defekt verursacht und vernichtete unter anderem eine Turnhalle und einen Zwischentrakt samt Umkleiden.

Wenn alles gut läuft, werde die IGS vielleicht in drei Jahren wieder komplett sein, vielleicht auch deutlich später, hieß es vorsichtig im Kreisausschuss für Hochbau und Energiesparmaßnahmen, der in der Mensa der Embsener Schule einen Zwischenbericht erhielt. 2200 Quadratmeter Schulgebäude sind zerstört. Wie viele Millionen Euro die Schadenshöhe beträgt, ist noch immer unklar. Denn noch weiß keiner, ob etwa die Stahlkonstruktion der großen Drei-Feld-Turnhalle noch trägt, ob das Fundament des Zwischentraktes neu gegossen werden muss.

Neue Schäden werden immer noch entdeckt

„Es macht einen betroffen, was das Feuer alles angerichtet hat“, sagt Detlef Beyer, Leiter der Kreisgebäudewirtschaft. Noch immer würden bei den Aufräumarbeiten neue Schäden entdeckt, zum Beispiel bei den Hausanschlüssen oder im technischen Bereich. Während die Brandruine noch abgeräumt wird, legen Handwerker bereits neue Trinkwasseranschlüsse und eine provisorische Elektroinstallation, damit die Schule nach den Ferien zumindest startklar sein kann. Der Sachstand bei den Gebäudekomplexen im einzelnen:

■ Klassenzimmer- und Verwaltungstrakt: Die Räume werden zum Schulbeginn weitgehend wieder nutzbar sein.

■ Naturwissenschaftsräume: Sie sind durch Rauch in Mitleidenschaft gezogen, ob einige kleinere bauliche Maßnahmen und eine Grundreinigung reichen, ist noch unklar. Derzeit kann noch nicht gesagt werden, ob sie zum Schuljahresbeginn einsatzbereit sind.

■ Musik- und Werkräume: Sie hat es schlimmer erwischt, Ziel ist hier die Inbetriebnahme zum Schuljahr 2021/2022. Doch es kann auch deutlich länger dauern. Bis dahin soll der Unterricht in Containern stattfinden, sie werden aber frühestens Ende Oktober in Betrieb genommen.

■ Dreifeld-Sporthalle: Der Hallenboden stand unter Wasser. Eine genaue Schadensanalyse ist erst möglich, wenn auch die Tribüne demontiert ist. Die Halle steht sehr nah an der Brandruine. Wann sie wieder nutzbar sein wird, ist unklar. Womöglich ist die gesamte Statik in Mitleidenschaft gezogen. Damit zumindest der Sportplatz wieder genutzt werden kann, sollen auch für die Umkleidekabinen Container aufgestellt werden.

Von Thomas Mitzlaff